Testament

Was passiert mit Ihrem Vermögen nach dem Tod? Wer bekommt Ihr Erbe? Zu einer umfassenden Vorsorge gehört ein Testament. In diesem Kapitel verraten wir Ihnen, wann ein Testament sinnvoll ist und was Sie beim Verfassen beachten sollten.

- Die 10 häufigsten Fragen zum Testament -

Was ist ein Testament?

Mit einem Testament können Sie bestimmen, wer nach Ihrem Tod Ihr Vermögen (zum Beispiel Geld, Immobilien, Möbel, Autos etc.) erbt. Wenn Sie kein Testament verfassen, greift die gesetzliche Erbfolge. Dabei werden vor allem Kinder, Ehegatten und eingetragene Lebenspartner berücksichtigt. Ein Testament ist also nur nötig, wenn Sie der gesetzlichen Erbfolge nicht zustimmen und weitere/andere Personen als Erbe ernennen möchten.

Wer kann ein Testament erstellen?

Jeder Bürger über 16 Jahre kann ein Testament verfassen. Dabei muss man laut Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) die Bedeutung des Testaments richtig einschätzen können. Das ist zum Beispiel nicht der Fall bei "krankhaften Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder wegen Bewusstseinsstörung". Wer aufgrund eines solchen Zustands kein wirksames Testament verfassen kann, darf auch keine andere Person mit der Testamentserstellung beauftragen.

Wie schreibe ich ein Testament?

Ein Testament hat keine formalen Vorschriften. Sie müssen das Testament lediglich handschriftlich verfassen, mit Datum und Ort versehen und unterschreiben. Ein Ausdruck eines Testaments ist ungültig! Im Zweifel muss die Echtheit des Testaments durch eine Handschriftanalyse bestätigt werden.

Merke

Wichtig: Wenn Sie ein Testament gemeinsam mit Ihrem Ehepartner verfassen, müssen natürlich beide Partner unterschreiben! Grundsätzlich können Sie Ihr Testament jederzeit ändern oder komplett neu verfassen.

Ist ein mündliches Testament möglich?

Normalerweise ist ein mündliches Testament nicht möglich. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Das Nottestament. Ein solches Testament ist nur möglich, wenn der Verfasser kurz vor dem Tod steht und sein Testament nicht mehr handschriftlich verfassen kann. Das Nottestament gilt nur für drei Monate und es müssen mindestens drei Zeugen beim Erstellen anwesend sein.

Wie bewahre ich mein Testament auf?

Wie bei allen Vorsorgedokumenten sollten Sie das Testament an einem gut zugänglichen Ort hinterlegen (zum Beispiel in Ihrem Notfallordner) in Ihrer persönlichen Schreibtischschublade – oder Sie übergeben das Testament bereits Ihren zukünftigen Erben. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie das Testament auch dem Amtsgericht zur Aufbewahrung geben.

Wichtig

Übrigens: Wenn Sie Ihr Testament beim Amtsgericht hinterlegen, wird das Testament automatisch in das Zentrale Testamentregister aufgenommen. So geht Ihr letzter Wille garantiert nicht verloren!

Wem kann ich mein Geld nicht vererben?

Gemäß dem deutschen Heimgesetz können Sie keine Pflegekräfte eines Senioren- oder Pflegeheims als Erbe bestimmen. Solchen Heimangestellten dürfen neben ihrem Gehalt kein Geld annehmen.

Wichtig

Übrigens: Im Gegensatz zu Heimangestellten können Sie Ihr Geld an Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienst vererben.

Kann ich meine Kinder enterben?

Sie können Ihre Kinder von Ihrem Erben ausschließen. Jedoch bekommen Kinder (und Ehegatten) immer einen Pflichtteil, der die Hälfte des gesetzlich vorgesehenen Erbteils beträgt. Nur in besonderen Ausnahmefällen können Sie Ihre Nachkommen komplett enterben – bei schweren Vergehen oder Verbrechen gegen Sie als Erblasser oder Ihnen nahestehenden Personen. Dazu gehören Mordversuche, Raub, sexuelle Nötigung und ähnliche Straftaten.

Was ist ein Berliner Testament?

Das Berliner Testament ist eine besondere Variante des gemeinschaftlichen Testaments für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner. Mit einem Berliner Testament erbt ein Partner zunächst das gesamte Vermögen – Kinder bekommen das Erbe demnach erst, wenn beide Elternteile verstorben sind.

Merke

Wichtig: Kinder können das Berliner Testament aushebeln, wenn Sie nach dem Tod des ersten Elternteils Ihren Pflichtteil fordern. Das können Sie jedoch mit einer sogenannten Pflichtteils-Strafklausel verhindern. Wer den Pflichtteil trotz Pflichtteils-Strafklausel verlangt, enterbt sich selbst.

Steht Ex-Partnern ein Erbe zu?

Ex-Partner sind in der gesetzlichen Erbfolge nicht vorgesehen. Selbst wenn Sie ein gemeinsames Testament verfasst haben, ist dies nach einer Scheidung nicht mehr wirksam. Ein Ex-Partner kann daher nur über Umwege an Ihr Erbe kommen: Ein gemeinsames Kind bekommt von Ihnen als Erblasser mindestens einen Pflichtteil. Dieses Erbe kann dem Ex-Partner zufallen, wenn das Kind früher als der Ex-Partner stirbt.

Was passiert, wenn mein Erbe vorher stirbt?

Wenn einer Ihrer Begünstigten vor dem Erbfall stirbt, bekommen die Kinder des Erben (oder ein zuvor ernannter Ersatzerbe) Ihren Nachlass.