Ratgeber zum Organspendeausweis

Was ist ein Organspendeausweis?

Der Organspendeausweis ist ein scheckkartengroßes Dokument, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelt worden ist. Hierauf kreuzen Sie an, welche Option der Organspende Sie wählen. Entscheiden Sie sich dafür oder dagegen oder grenzen Sie Ihre Entscheidung für eine Organspende ein. Dafür legen Sie bestimmte Organe oder Gewebe als Spende fest oder schließen diese aus. Diese sollten genau angegeben werden. Als letzte Möglichkeit kann man jemanden namentlich festlegen, der im Falle des Todes über eine Organspende entscheidet. Tragen Sie gegebenenfalls zu dieser Person die Kontaktdaten ein. Mit Ihren persönlichen Daten, dem Datum und Ihrer Unterschrift wird der Ausweis verbindlich. Die Einstellung zur Organspende kann jederzeit überdacht und verändert werden. Ist dies der Fall, füllen Sie einen neuen Organspendeausweis aus und unterschreiben Sie ihn. Tragen Sie Ihren Organspendeausweis am besten zusammen mit Ihren persönlichen Dokumenten bei sich, denn gerade bei einem Unfall sehen die Sanitäter zuerst im Portemonnaie nach, um beispielsweise die Personalien und die Kassenzugehörigkeit zu klären.

Weshalb ist es wichtig, über Organspende nachzudenken?

Die Anzahl der Personen, die in Deutschland auf ein Spenderorgan warten, liegt bei über 10.000. Diese Zahl steigt kontinuierlich, da zwar täglich etwa neun Organtransplantationen stattfinden, jedoch ebenfalls täglich etwa 16 weitere Menschen hinzukommen, deren Überleben von einer Organ- oder Gewebespende abhängt. Da so wenige Transplantationen möglich sind, versterben ebenfalls täglich drei Menschen, die vergeblich darauf gewartet haben. Der Hauptgrund für die Diskrepanz zwischen angebotenen Spenderorganen und tatsächlichen Transplantationen liegt nicht daran, dass zu wenig Menschen in Deutschland bereit sind, als Spender aufzutreten. Die Spendenbereitschaft liegt laut aktueller Umfragen bei 80 %. Ihre Spende wird nicht beachtet, weil sich die Angehörigen in vielen Fällen gegen eine postmortale Organspende aussprechen. Daher wird aktuell im Bundestag debattiert, ob in Deutschland die sog. Widerspruchslösung eingeführt werden soll. Diese wenden bereits 18 europäische Länder an. Dabei wird die grundsätzliche Zustimmung aller Bürger zu einer Organspende vorausgesetzt. Dies soll die Anzahl der gespendeten Organe erhöhen. Die Betroffenen müssen sich dann nicht für eine Organspende entscheiden, sondern sich aktiv dagegen aussprechen.

Wann und unter welchen Voraussetzungen kann ich Organe oder Gewebe spenden?

Es wird zwischen Lebendorganspenden und postmortalen Organspenden unterschieden.

Eine Lebendorganspende wird von der sog. Lebendspende-Kommission genauestens überprüft, um sicherzustellen, dass es sich um eine freiwillige Spende handelt und sie nicht durch finanzielle Gründe motiviert ist. Eine Lebendspende vom Transplantationsgesetz wird nur zugelassen, wenn Spender und Patient persönlich eng miteinander verbunden sind, also vorwiegend bei nahen Verwandten. Die Organe, die zu Lebzeiten entnommen werden, sind in Deutschland zumeist Nieren und Teile der Leber. Seltener stellen die Organspender Teile der Bauchspeicheldrüse oder der Lunge zur Verfügung.

Für postmortale Organspenden müssen sämtliche Hirnfunktionen ausgefallen und der Hirntod eingetreten sein. Um gut funktionieren zu können, muss das Gehirn gut durchblutet und durch das Blut mit Sauerstoff versorgt werden. Es reagiert sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel. Daher tritt der Hirntod beispielsweise durch Hirnblutungen oder eine mangelhafte Durchblutung des Gehirns ein. Er kann aber auch durch andere funktionelle Hirnschäden wie Entzündungen, Tumore oder Verletzungen hervorgerufen werden.

Hirntod ist eine umgangssprachliche Formulierung für den Zustand, den die Mediziner als ‚unumkehrbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktionen‘ bezeichnen. Davon sind der Hirnstamm, das Kleinhirn sowie das Großhirn betroffen. Da für die Organspende aber das Herz-Kreislauf-System aufrechterhalten werden muss, kann ein Hirntod nur bei künstlicher Beatmung in einem Krankenhaus eintreten. Bei Sauerstoffmangel kommt es neben dem Hirntod ebenfalls zum Stillstand des Herz-Kreislaufs. Für eine Organspende ist es wichtig, dass die Organe weiter durchblutet werden. Dies ist mit intensivmedizinischen Maßnahmen und Medikamenten eine begrenzte Zeit über den Hirntod hinaus machbar, bis die gewünschten Organe entnommen sind. Da aber das Gehirn bereits ausgefallen ist, ist eine Wiederbelebung ausgeschlossen.

Den Hirntod bestätigen zwei Mediziner unabhängig voneinander. Um jegliche Zweifel, aber auch jeglichen Missbrauch hinsichtlich einer Organspende auszuschließen, dürfen diese Ärzte nicht selbst an der Transplantation beteiligt sein. Wie die Ärzte bei dieser Diagnostik vorgehen müssen, wird in einer Richtlinie festgelegt, die von der Bundesärztekammer aufgestellt worden ist. Dabei geht es wesentlich darum, den gesundheitlichen Zustand des Verstorbenen festzustellen. Der Hirntod bedeutet, dass der Mensch zweifelsfrei gestorben ist und nicht mehr wiederbelebt werden kann.

Ist der Hirntod eingetreten, ist für die eigentliche Organ- oder Gewebespende entscheidend, in welchem Zustand die entsprechenden Organe sind. Dabei gibt es grundsätzlich keine Altersgrenze, sondern das sog. biologische Alter der Organe und ihr Gesundheitszustand sind ausschlaggebend darüber, ob sie transplantiert werden können. Wichtig ist auch, dass Vorerkrankungen wie eine HIV-Infektion oder Krebs ausgeschlossen werden können.

Was ist, wenn ich keinen Organspendeausweis besitze?

Bei einem Hirntod werden die nächsten Angehörigen befragt, ob sie wissen, welche Entscheidung der Verstorbene getroffen hat, vorausgesetzt eine Organspende ist bei ihm nach ärztlichem Ermessen möglich. Manchmal liegt kein Organspendeausweis vor und die Angehörigen kennen die Meinung des Verstorbenen nicht. Dann müssen sie selbst überlegen, ob der Verstorbene bereit gewesen wäre, ein Organ zu spenden. Ein Organspendeausweis ist also keine Voraussetzung für eine Organspende. Er erleichtert aber den Angehörigen die Entscheidung und unterstützt das medizinische Fachpersonal rasch zu handeln.

Organ- und Gewebespende

Einer Organ- oder Gewebespende dient dazu, bei schwer kranken Menschen deren nicht mehr funktionsfähiges Organ oder Gewebe durch das funktionsfähige eines gesunden Menschen zu ersetzen. Dabei geht es um lebenserhaltende Maßnahmen, die ohne eine solche Spende nicht möglich sind. Die meisten Organ- und Gewebespenden können erst mit dem Lebensende des Spenders entnommen werden. Lebendorganspenden beziehen sich fast nur auf Teile der Leber oder eine Niere, doch auf sie wird nur zurückgegriffen, wenn kein Spenderorgan eines Verstorbenen zur Hand ist.

Das Organ, das am meisten benötigt wird, ist die Niere. Aber auch Leber, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Dünndarm sind sehr begehrte Transplantate. Diese werden dem Organempfänger eingesetzt. Das ist in den meisten Fällen eine lebensrettende Maßnahme, die allerdings dauerhaft medizinisch überprüft werden muss. Das liegt daran, dass das neue Organ vom Körper als Fremdkörper identifiziert wird. Daher kommt es in der Regel zu einer Abstoßungsreaktion, die mithilfe von Medikamenten abgefangen wird. Allerdings schwächen diese das Immunsystem des Organempfängers. Für ihn gehört also nach der Transplantation ein höheres Infektionsrisiko zum Alltag.

Gewebe, das transplantiert werden kann, stammt aus unterschiedlichen Körperbereichen. Hierzu zählen Knochen, Haut und Blutgefäße, Sehnen und Bänder, Augenhornhaut, Herzklappen und die Eihaut der Fruchtblase (Amnion). Eine solche Transplantation kommt häufiger vor als die von Organen. Zudem handelt es sich bei den empfangenden Patienten seltener um Notfallpatienten mit schweren medizinischen Komplikationen. Das Gewebe kann aufbereitet und gelagert werden. Je nach Gewebeart ist die Lagerung über mehrere Wochen, aber auch Jahre möglich. Das Gewebe steht in speziellen Gewebebanken zur Verfügung.

Wer bekommt die gespendeten Organe bzw. Gewebe?

Für die Zuteilung der Spenderorgane sind die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie die zentrale Vermittlungsstelle Eurotransplant zuständig. Die DSO fungiert als Koordinierungsstelle zwischen den deutschen Krankenhäusern und den Transplantationszentren. Zusätzlich organisiert sie den Ablauf des Organspendeprozesses von der Meldung möglicher Spender und deren Betreuung über die Organentnahme und den Transport bis hin zur Übergabe an das Transplantationszentrum. Die Stiftung Eurotransplant übernimmt in diesem Prozess die Vermittlung des Spenderorgans, um einen Missbrauch zu verhindern. Zudem soll sie gewährleisten, dass die Organe entsprechend der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten verteilt werden und die Chancengleichheit gewährt wird. Acht europäische Länder haben sich für die Stiftung zusammengeschlossen. Auf diese Weise werden der Empfänger und das entsprechende Organ so gut wie möglich aufeinander abgestimmt, was die Aussicht auf einen Transplantationserfolg wesentlich erhöht.

Zunächst muss das Spenderorgan auf seine Tauglichkeit hin überprüft werden. Hierzu sind Laboruntersuchungen und medizinische Tests notwendig. Fallen diese positiv aus, wird das Organ oder das Gewebe operativ entfernt. Bei einer solchen Operation wird nach denselben hohen Standards verfahren, wie sie für die Operation an einem Lebenden gelten. Nun kann aus dem Register von Eurotransplant der Patient ausgewählt werden, für den das Organ am besten passt. Hierzu werden folgende Kriterien angewandt: Zunächst schätzen die Mediziner die Wahrscheinlichkeit ein, dass der Organnehmer die Transplantation überlebt. Dafür müssen beispielsweise die Blutgruppe von Spender und Organnehmer übereinstimmen. Bestimmte Gewebemerkmale sind entscheidend, aber auch das Alter oder das Gewicht der Betroffenen. Das entnommene Organ muss anschließend rasch transplantiert werden. Dazu wird es gekühlt und schnellstmöglich, unter Umständen per Flugzeug, zum Transplantationszentrum gebracht, wo der Spendennehmer bereits für die Transplantation vorbereitet wird. Der Leichnam des Organspenders wird in der Zwischenzeit so für eine Aufbahrung vorbereitet, dass eine Bestattung stattfinden kann.

Bei der postmortalen Gewebespende ist der Ablauf ähnlich wie bei der Organspende, was die medizinische Kontrolle und die Zuordnung zu einem Patienten betrifft. Der Unterschied liegt zum einen darin, dass die Gewebeentnahme nicht zeitkritisch ist und bis zu 72 Stunden nach Feststellung des Hirntodes stattfinden kann. Zum anderen kann das Gewebe so aufbereitet werden, dass es gelagert werden kann, bis es benötigt wird.

Funktioniert der Organspendeausweis?

Seit 1997 gibt es verschiedene Gesetze, die sich mit Transplantationen beschäftigen. Sie stellen sicher, dass kein Missbrauch stattfindet und beispielsweise der Hirntod zu früh festgestellt wird, weil der Versterbende potenzieller Organspender ist. Hierzu zählt das Transplantationsgesetz (TPG). Es regelt die Tätigkeiten der Ärzte, bestimmt, welche Vorgaben die Bundesärztekammer machen kann und was das Bundesministerium für Gesundheit zu genehmigen hat.

Die Entscheidungslösung gilt seit 2012 und ist der Ursprung für den Organspendeausweis. Damit wird unterstützt, dass sich die Bürger frühzeitig mit dem Thema der Organspende bzw. Transplantation auseinandersetzen. Man erhofft sich dadurch, dass die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, ansteigt und mehr Betroffene mit einem Spenderorgan gesunden können. Um dies zu fördern, verschicken die Krankenkassen an alle Versicherten ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig Aufklärungsmaterialien. Doch die Entscheidung hinsichtlich einer Organspende bleibt freiwillig. Es werden hierzu auch keinerlei Daten zentral gespeichert. Um schnell zu erfahren, wozu sich ein möglicher Spender entschieden hat, wird allerdings erwogen, die Entscheidungen auf der elektronischen Gesundheitskarte festzuhalten.

Ohne Zustimmung ist eine Organspende nicht möglich, das ist mit der sog. Entscheidungslösung festgelegt worden. Die Entscheidung für eine Organspende wird in Deutschland sehr beworben, da der Bedarf an Spenderorganen so hoch ist. Jedes Mal, wenn der Hirntod festgestellt wurde und Organe in so gutem gesundheitlichem Zustand sind, dass sie transplantiert werden können, wird gefragt, ob eine Entscheidung für eine Organspende vorliegt. Tragen Sie daher Ihren Organspendeausweis bei sich. Wenn Sie keinen ausgefüllt haben, werden Ihre Angehörigen gebeten, eine Einschätzung vorzunehmen. Das kann dazu führen, dass diese aus Unsicherheit heraus eine Organspende ablehnen, obwohl Sie dieser möglicherweise zugestimmt hätten. Daher ist es ratsam, frühzeitig eine eigene Entscheidung zu treffen und diese nicht anderen zu überlassen.

Warum reicht der Organspendeausweis nicht aus?

Im Internet finden Sie zahlreiche Kritik an der Organspende, die zumeist auf der Frage beruht, ob der Hirntod unumkehrbar ist. Diese Kritik äußern von Personen, die miterlebt haben, wie ein naher Angehöriger mit der Diagnose Hirntod für die Organspende vorbereitet wurde, obwohl er in ihren Augen noch nicht gestorben war. Dieser Eindruck entsteht dadurch, dass die Beatmung des Patenten künstlich aufrechterhalten wird, um das Herz-Kreislaufsystem noch eine Weile zu stabilisieren. Das bedeutet, die Organe werden weiterhin durchblutet, was den Anschein erweckt, der Patient wäre noch lebendig, obwohl das Gehirn nicht mehr funktionsfähig ist. Wird der Verstorbene nun operiert, um ihm Organe zu entnehmen, zeigt er Reaktionen wie Lebende, denen Schmerz zugefügt wird. Nicht selten wird daher vor einer solchen Operation eine Vollnarkose verabreicht. Es wird sogar infrage gestellt, ob die Diagnose Hirntod eindeutig ist. Medikamente, die der Betreffende zuvor genommen hat, können die Diagnose verfälschen. Doch bereits bevor ein Patient den Hirntod erleidet, kann es vorkommen, dass er von den Medizinern auf transplantierfähige Organe hin durchgecheckt wird. Dies wird als Spenderkonditionierung bezeichnet. Hierbei handelt es sich um sog. spendezentriert oder organprotektive Maßnahmen. In der Kritik steht hier, den Patienten nicht mehr als Menschen zu sehen und menschenwürdig zu behandeln, sondern als ‚Rohstofflager‘ für andere Patienten. Auch wird der Tod nur noch als körperlicher Zustand wahrgenommen, obwohl das Sterben ein längerer, persönlicher Prozess sein kann. Auch werden spendenwillige Patienten unter Umständen wiederbelebt, um die Durchblutung ihrer Organe zu stabilisieren, die für eine Transplantation geeignet sind.

Dieses Wissen gehört zu der Grundlage für eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende dazu. Allerdings bietet der kleine Organspendeausweis nicht genügend Platz, darauf dezidiert einzugehen. Daher ist eine Patientenverfügung der bessere Organspendeausweis. Hier machen Sie fundierte und konkrete Angaben, unter welchen Umständen Sie sich für eine Organspende entscheiden. Wenn Sie einer Organspende zustimmen, geben Sie folgende Dinge an: Möchten Sie dafür bereits zu Lebzeiten untersucht werden? Möchten Sie nach der Hirntoddiagnose noch Schmerz- und Beruhigungsmittel erhalten? Sollen an Ihnen kreislaufstabilisierende, intensivmedizinische Maßnahmen durchgeführt werden, damit die entsprechenden Organe und Gewebe weiterhin ausreichend durchblutet werden?

Für Reisende gilt jeweils das Organspendegesetz des Landes, in dem sie sich gerade befinden. Allerdings unterscheiden sich diese Gesetze teilweise erheblich von den Vorgaben des deutschen Transplantationsgesetzes. So gehen einige Länder beispielsweise davon aus, dass die Bürger grundsätzlich einer Organspende zustimmen. Das bedeutet, hier muss der Widerspruch schriftlich festgehalten und in manchen Ländern, wie z. B. Griechenland, notariell beglaubigt werden. Zusätzlich gibt es unterschiedliche Arten, medizinisch den Tod festzustellen. In manchen Ländern reicht dafür ein längerer Herzstillstand aus, andere legen andere Kriterien an den Hirntod als die deutsche Bundesärztekammer.

Diese Ausführungen zeigen, wie durchdacht die Aussagen zu einer Organspende in einer Patientenverfügung ausfallen können. Sie betreffen nicht nur medizinische Vorgaben, sondern auch die eigenen Konzepte von Menschlichkeit, Sterben und Autonomie. Andererseits wird auch deutlich, wie schwer es Angehörigen fallen kann, für den Verstorbenen diese Entscheidung auf die Schnelle zu fällen, zumal sie selbst gerade von dem Tod des geliebten Menschen getroffen sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mehr als die Hälfte der Angehörigen eine Organspende im Namen des Verstorbenen ablehnen. Für sie sind andere Themen vorrangig, wie Pietät gegenüber dem Sterbenden, Abschied nehmen und Trauer.

Patientenverfügung oder Organspendeausweis?

Der Organspendeausweis ist eine Willenserklärung und kein amtliches Dokument. Die Willenserklärung bedarf keiner bestimmten äußeren Form. Alles, was Sie hinsichtlich Ihrer medizinischen Behandlungen schriftlich festhalten, ist für das medizinische Fachpersonal trotzdem rechtlich bindend. Da der Organspendeausweis nur die Möglichkeit bietet, zwischen fünf Optionen zu wählen, ist die Aussagekraft dieses Ausweises begrenzt.

Die Patientenverfügung ist dagegen ein rechtsgültiges Dokument. In der Patientenverfügung legen Sie Ihre Entscheidungen sehr genau dar und geben den Medizinern verbindliche Vorgaben. Nutzen Sie das auch im Hinblick auf das Thema Organspende. Viele Fragen, die im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Lebensende stehen, die auch bei einer Organspende relevant sind, überscheiden sich mit der Thematik der Patientenverfügung. Je nachdem, ob Sie sich für oder gegen lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden, kann sich das auf die Möglichkeit der Organspende auswirken. Es kann aus Sicht der Medizin zu widersprüchlichen Aussagen kommen. Machen Sie sich diese im Vorfeld bewusst, damit nach Ihren Vorgaben gehandelt werden kann. Dann kommen Sie Ihrer freien Persönlichkeitsentfaltung besser nach. Zusätzlich unterstützen Sie Ihre Angehörigen wesentlich in einer sehr schwierigen Situation. Selbst dem Organempfänger kommen Sie damit entgegen, denn diesem fällt es leichter, ein Organ anzunehmen, das selbstbestimmt gespendet worden ist.

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