Magenspiegelung
(Gastroskopie)

In Deutschland werden jährlich fast zwei Millionen Magenspiegelungen durchgeführt. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Untersuchungsmethode vor und erklären, bei welchen Krankheiten, Beschwerden und Symptomen eine Magenspiegelung sinnvoll ist. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist eine Magenspiegelung?

Die Magenspiegelung wird auch Gastroskopie genannt. Dabei handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung der oberen Verdauungsorgane: Mit einem langen und biegsamen Schlauch und einer kleinen Videokamera am Ende („Gastroskop“) kann der Arzt Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm des Patienten untersuchen – und gleichzeitig eine Behandlung durchführen. Im Normalfall dauert eine Magenspiegelung rund fünf Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.

Wie ist der Ablauf einer Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung wird immer auf nüchternem Magen durchgeführt. 6 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie deshalb nichts mehr essen oder trinken. Anschließend führt der Arzt das Endoskop in Ihren Rachen und Sie müssen das Endoskop herunterschlucken. So kann der Arzt die Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und Dünndarm untersuchen und bei Bedarf Gewebeproben entnehmen („Biopsie“), Polypen und Fremdkörper entfernen oder Blutungen behandeln. Vor dem Schlucken des Endoskops platzieren Ärzte einen Ring als Beißschutz zwischen den Zähnen des Patienten.

Moderne Gastroskopen haben heutzutage einen Durchmesser von höchstens einem Zentimeter.

Wie schmerzhaft ist eine Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung ist nicht schmerzhaft. Viele Patienten empfinden die Untersuchung jedoch als unangenehm – vor allem das Schlucken des Schlauchs kann beim ersten Mal schwierig sein. Bestimmte Medikamente können den Rachenraum jedoch betäuben und einen Würgereiz verhindern. Auf Wunsch können Patienten zusätzliche Beruhigungsmittel oder gar eine leichte Narkose („Sedierung“) bekommen, um das unangenehme Gefühl einer Magenspiegelung zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt: Je häufiger ein Patient eine Magenspiegelung bekommt, desto einfacher wird das Herunterschlucken des Endoskops.

Wann ist eine Magenspiegelung sinnvoll?

Ob Oberbauchschmerzen, Schluckstörungen oder Sodbrennen: Eine Magenspiegelung kann bei zahlreichen Beschwerden und Symptomen sinnvoll sein. Wir stellen Ihnen die Beschwerden vor:

  • Unklare Gewichtsabnahme
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übermäßige Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutarmut („Anämie“)
  • Chronischer Husten
  • Erbrechen mit Blut
  • Schluckstörungen
  • Blut im Stuhl
  • Sodbrennen

Wenn der Arzt das Endoskop beBei Verdacht auf bestimmte Krankheiten und Verletzungen ist eine Magenspiegelung ebenfalls sinnvoll:wegt oder Luft einführt, spüren Sie möglicherweise Bauchkrämpfe oder den Drang, Ihren Darm zu entleeren.

  • Verletzte oder entzündete Schleimhäute
    Bei Verdacht auf Entzündungen im Magen kommt es häufig zu einer Magenspiegelung. Durch eine Gewebeentnahme können Ärzte verletzte oder entzündete Schleimhäute untersuchen und herausfinden, ob die Ursache bakteriell oder autoimmun ist.
  • Reflux Bei der gastroösophagealen
    Refluxkrankheit kommt es zu Entzündungen im Gewebe der Speiseröhre. Eine Magenspiegelung kann über die Ursache Aufschluss geben – und überprüfen, ob mikroskopische Veränderungen sichtbar sind, die auf eine Krebsvorstufe schließen lassen
  • Geschwüre im Magen
    Die meisten Magengeschwüre sitzen im Magenausgang und in der Biegung des Magens. Unbehandelt können solche Magengeschwüre zu Blutungen und im schlimmsten Fall zu einer Perforation führen. Eine Magenspiegelung ist auch wichtig, um eine Krebserkrankung auszuschließen.
  • Geschwüre im Zwölffingerdarm
    Auch im Zwölffingerdarm kann es zu Geschwüren kommen. Wie bei Magengeschwüren, wird die Magenspiegelung bei Geschwüren im Zwölffingerdarm zur Entnahme von Gewebeproben eingesetzt.
  • Zöliakie
    Eine Zöliakie zerstört die Darmzotten und es kommt zur sogenannten Malabsorption. Das führt bei Erwachsenen zu Mangelerscheinungen und bei Kindern zu Wachstumsstörungen.
  • Morbus Crohn
    Morbus Crohn ist eine chronische Darmerkrankung, die häufig auch die oberen Teile des Verdauungstrakts betrifft. Deshalb ist für eine zuverlässige Diagnose der Krankheit neben einer Darmspiegelung auch eine Magenspiegelung nötig.
  • Weitere Beschwerden
    Auch bei Krampfadern in der Speiseröhre („Ösophagusvarizen“), Glutenunverträglichkeit („Zöliakie“, „Sprue“), Infektion mit Helicobacter pylori, Aussackungen („Divertikel“) oder Infektionskrankheiten durch Pilze („Candidiasis“) kann eine Magenspiegelung sinnvoll sein.
Wichtig

Übrigens: Mit einer Magenspiegelung lassen sich einige solcher Krankheiten nicht nur untersuchen, sondern auch behandeln. Ärzte können Gewebsveränderungen mit dem Gastroskop zum Beispiel direkt entfernen. Bei Blutungen im Verdauungstrakt können blutungshemmende Mittel gespritzt oder die Blutung mit eingesetzten Clips aus Metall und Gummibändern gestoppt werden.

Gibt es Risiken?

Jeder medizinische Eingriff kann zu Komplikationen führen. Eine Magenspiegelung gilt jedoch als risikoarm und ist in den meisten Fällen absolut unbedenklich. Die häufigsten Nebenwirkungen nach einer Gastroskopie sind Heiserkeit, Halsschmerzen oder ein taubes Gefühl im Rachen. Diese Symptome vergehen beim Großteil der Patienten jedoch bereits nach wenigen Stunden.

Wenn Ihr Rachen betäubt wurde, dürfen Sie etwa eine Stunde nach der Magenspiegelung nichts essen oder trinken. Ansonsten ist ein Verschlucken möglich. Außerdem kann es temporär zu leichten Blutmengen im Stuhl kommen, wenn bei der Magenspiegelung Gewebe entnommen wurde.

Folgende ernste Komplikationen sind äußerst selten:

  • Das Einführen des Schlauchs kann im Magen-Darm-Trakt Gewebe verletzen und zu Blutungen führen. Besonders schlimm ist ein versehentliches Durchstoßen der Organwand („Perforation“)
  • Es kann nach der Untersuchung zu Herzrhythmusstörungen, Lungenentzündung oder Atmungsproblem kommen.
Merke

Wichtig: Der Arzt wird das individuelle Blutungsrisiko vor der Gastroskopie abschätzen. Sollte der Patient blutverdünnende Medikamente („Antikoagulantien“) nehmen, kann die Einnahme auf Empfehlung des Arztes kurzzeitig pausiert werden.

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