Operation am Herzen
(Herz-OP)

Herzoperationen sind meist große Eingriffe und gehören zu den kompliziertesten medizinischen Behandlungsverfahren. Sie dauern meist mehrere Stunden und werden von mehreren Herzchirurgen durchgeführt. Im Folgenden beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Herz-OP.

Was ist eine Herz-OP?

Eine Herzoperation ist ein chirurgischer Eingriff am Herzen oder an herznahen Blutgefäßen. Herzoperationen sind ein wichtiger Teil der Herz- und Kardiochirurgie und beschäftigen sich vor allem mit Herzkrankheiten und Verletzungen am Herzen. Die bekannteste Form der Herz-OP ist die Herztransplantation.

Wichtig

Übrigens: Die erste Herz-OP und Herztransplantation der Welt gelang Christiaan Barnard am 3. Dezember 1967 in Kapstadt, Südafrika. Patient war der 54-jährige Louis Washkansky, der bereits drei Herzinfarkte erlitten hatte. Nach der Herz-OP überlebte Louis jedoch nur 18 Tage.

Wann ist eine Herz-OP notwendig?

Für eine Operation am Herzen kann es verschiedenste Gründe geben. Die meisten Herzoperationen werden bei verengten oder verstopften Herzkrankgefäßen eingesetzt – oder um Herzklappen zu reparieren oder zu ersetzen. Ebenso kann eine Herz-OP notwendig sein, wenn die Körperschlagader in der Nähe des Herzens ausgeweitet oder beschädigt ist. Herztumore oder angeborene Herzfehler können ebenfalls zu einer Herz-OP führen; sind jedoch äußerst selten. Mittlerweile können mit Herz-Operationen ganz gezielt verschiedene Herzteile ersetzt oder therapiert werden.

Was für Operationen am Herzen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Operationen am schlagenden Herzen („offene Herz-OP“) und Operationen am nicht-schlagenden Herzen („geschlossene Herz-OP“).

  • OP am schlagenden Herzen
    Hier wird das Herz für eine kurze Zeit mit Hilfe eines Stabilisators ruhig gestellt. In einigen Fällen muss das Brustbein zur Öffnung nicht durchtrennt werden – stattdessen wird ein minimal-invasives Verfahren („MIDCAB“) angewendet. Dann erfolgt die Operation mit einem kleinen Endoskop, an dessen Ende ein Licht und eine kleine Kamera befestigt sind.
  • OP am nicht schlagenden Herzen
    In den meisten Fällen ist eine Operation am schlagenden Herzen nicht möglich. Dann wird der Patient mit Hilfe einer Lungenmaschine („Oxygenator“) künstlich beatmet – die Maschine hält den Blutkreislauf aufrecht, während die Chirurgen das blutleere Herz operieren. Um Blutgerinnsel in den Schläuchen und der Herz-Lungenmaschine zu vermeiden, wird dem Patient meist das Medikament Heparin verabreicht.

Was ist eine Bypass-Operation?

Bypass-Operationen sind die häufigsten Herz-OPs in der westlichen Welt.Sie werden eingesetzt, wenn es zu einer Arterienverkalkung in den Koronararterien („Herzkranzgefäße“) kommt, die den Herzmuskel mit Sauerstoffversorgen. Ohne ausreichend Sauerstoff wird die Durchblutung des Herzmuskels gestört, was unter anderem zu koronaren Herzkrankheiten führen kann. Im schlimmsten Fall droht ein Herzinfarkt.

Ein Bypass wird gelegt, wenn konservative Therapien nicht helfen – die verstopften Arterien müssen umgangen werden, damit der Herzmuskel wieder ausreichend Sauerstoff bekommt. Dafür öffnet der Chirurg die Brust entlang des Brustbeins und durchtrennt das Brustbein in der Mitte. Er stellt das Herz ruhig und der Patient wird künstlich beatmet. Anschließend werden die verstopften oder verengten Gefäßteile mit körpereigenen Schlagadern (zum Beispiel aus dem Bein oder Unterarm) ersetzt bzw. überbrückt. Bevor der Chirurg das Brustbein wieder vernäht, bringt er zum Abfließen des Wundsekrets eine Drainage an.

Wichtig

Übrigens: In Deutschland gibt es jährlich rund 185.000 Herzoperationen. Etwa 50.000 davon sind Bypass-Operationen.

Was ist eine Herzklappen-Operation?

Die Herzklappen befinden sich zwischen Herzkammern, Vorhöfen, Hauptschlagader („Aorta“) und Lunge. Wenn die Herzklappen nicht richtig funktionieren, kann es zu einem Blutstau und dauerhaften Herzschäden kommen. Eine Herzoperation kann die defekten Herzklappen entweder reparieren oder ersetzen. Ob ein Austausch nötig ist, wird meist erst während der Operation entschieden. Je nach Herzklappenerkrankung und Patientenalter kann die neue Herzklappe entweder biologisch (aus tierischem Gewebe) oder künstlich sein.

Welche Risiken gibt es?

Ob Blutungen durch verletzte Blutgefäße, Nervenverletzungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen: Während und nach der Herz-OP kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Zu den gefährlichsten Risiken gehört eine Knocheninfektion am Brustbein – die sogenannte Sternumosteomyelitis. Auch eine Entzündung des Mittelfells („Mediastinitis“) ist aufgrund der Nähe zum Herzen lebensbedrohlich. Außerdem kann es zu Thrombosen und Embolien kommen.

Was passiert vor der Herzoperation?

Vor der Herz-OP schauen sich die Chirurgen den allgemeinen Zustand des Herzens und des Patienten genau an. Eine Reihe von Voruntersuchungen sind nötig – fast immer kommt es unter anderem zu einer Herzkatheter-Untersuchungen mit Druckmessungen und Röntgenkontrastmitteln. Das bietet ein genaues Bild vom Zustand des Herzens und ermöglicht präzise Untersuchungen.

Weitere Maßnahmen suchen nach möglichen Nebenerkrankungen, umKomplikationen zu vermeiden und die Risiken der Herzoperation zu verringern.Häufig kommt es beispielsweise zu Ultraschall-Untersuchungen des Herzens undder Halsschlagader („Carotis“) oder zur Untersuchung der Lungenfunktion.

Was passiert nach der Herzoperation?

Nach einer Herzoperation liegen die Patienten mindestens eine Nacht aufder Intensivstation. Wenn es der Zustand zulässt, können die Patientenanschließend auf eine Normalstation verlegt werden. In den meisten Fällen istdanach außerdem eine kardiologische Rehabilitation nötig. Eine solcheRehabilitation dauert durchschnittlich etwa drei Wochen und findet in einerentsprechenden Reha-Klinik statt. Dort kann sich der Patient unterkontrollierten Bedingungen wieder an alltägliche Belastungen gewöhnen – undlernt verschiedene Verhaltensformen und Tipps, um Risiken nach der Herz-OP zuminimieren.

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