Vorsorge für das Lebensende und der Tod vorm Tod

Patientenverfügung.digital

14.10.2019

Sterben ist ein Tabuthema – nicht nur in Deutschland. In diesem Artikel beschäftigen wir uns trotzdem mit dem Tod und verraten, was sich in Deutschland ändern muss. Dafür schauen wir uns eine repräsentative Umfrage des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V. an.

Vorsorge für das Lebensende

Warum ist Vorsorge für den Tod wichtig?

Vorsorge ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt – doch während man über Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co. diskutiert, geht es selten um den Tod selber. Zwar beschäftigen sich immer mehr Menschen gedanklich mit dem eigenen Tod, doch in der Gesellschaft bleibt das Thema ein Tabu. Dabei kann der bewusste Abschied vom Leben nicht nur das Sterben erleichtern – auch Angehörigen kann ein solcher Abschied bei der Trauerbewältigung helfen.

Das Problem in Deutschland

Wenn es um Sterbebegleitung, Hospiz- und Palliativarbeit geht, wünschen sich viele Menschen in Deutschland mehr öffentlichen Diskurs. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V. (2017). 56% der Befragten gaben an, dass das Thema Krankheiten, Sterben und Tod in der Gesellschaft zu kurz kommt. Die Folge? Ein großes Informationsdefizit.

Ein Viertel der Bevölkerung kennt zum Beispiel den Begriff „Palliativ“ nicht. Nur die Hälfte von denen, die den Begriff kennen, können ihn korrekt erklären – und nur 18% wissen, dass die Angebote von ambulanten und stationären Hospizen für Betroffene kostenlos sind. Hier gibt es deutlichen Nachholbedarf.

Übrigens: Immer mehr Menschen verfassen eine Patientenverfügung – ein weiteres Indiz dafür, dass sich grundsätzlich mehr Menschen mit ihrem Lebensende beschäftigen. Während vor 5 Jahren nur 26% der Menschen eine Patientenverfügung besaßen, hat sich diese Zahl heute auf etwa 43% erhöht.

Der Ort des Sterbens

Wer sich mit dem eigenen Tod beschäftigt, denkt vor allem an den Ort des Sterbens. Gemäß der oben genannten Umfrage möchten die meisten Menschen in den eigenen vier Wänden sterben (58% der Befragten). 27 Prozent bevorzugen eine Betreuungseinrichtung und nur vier Prozent möchten im Krankenhaus sterben.

Die Realität zeigt jedoch: Mehr als die Hälfte aller Deutschen stirbt im Krankenhaus. 19% sterben im Pflegeheim und nur 23 Prozent in den eigenen vier Wänden. Das führt uns zur Thematik des sozialen Sterbens.

Was ist soziales Sterben?

Soziales Sterben bezeichnet die schwindende Interaktion einer Person mit seiner sozialen Umwelt. Betroffen sind vor allem Menschen mit schweren Krankheiten – die Wissenschaftlerin Carolin Tillmann spricht von einer „Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Mentalität“.

Sie sagt: „Je länger die Krankheit dauert und je schwerer sie ist, umso mehr wirkt sich diese Mentalität im Alltag auf Betroffene aus.“ Betroffene können ihre soziale Rolle als Eltern, Freunde oder Partner nicht mehr ausfüllen – langsam ziehen sich Freunde zurück und Beziehungen enden. So beginnt das soziale Sterben auf privater und beruflicher Ebene. Darunter leiden Betroffene meist genauso stark wie unter der Krankheit selbst.

Der Grund für das vermehrte soziale Sterben ist laut Carolin Tillmann vor allem die erfolgs- und leistungsorientierte Gesellschaft. So führt das soziale Sterben auch dazu, dass immer mehr Menschen nicht in den eigenen vier Wänden und im Beisammensein der Familie und Freunde sterben – sondern allein im Krankenhaus.

So beschäftigen Sie sich mit dem Tod

Sprechen Sie mit Ihren Liebsten über den Tod. Wie stellen Sie sich den eigenen Tod vor? Wie stellt sich Ihr Partner den eigenen Tod vor? Haben Ihre Eltern Angst vor dem Tod? Was für eine Beerdigung wünschen Sie sich? Was denken Ihre Kinder? Hier sind 10 Fragen, die Sie sich stellen können:

1. Haben Sie Angst vor dem Tod?
2. Haben Sie mehr Angst vor dem Tod selbst oder dem Sterben?  
3. Welche Todesfälle in Ihrem Umfeld haben Sie besonders betroffen?
4. Was wünschen Sie sich für die letzten Minuten Ihres Lebens?
5. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
6. Wie möchten Sie bestattet werden?
7. Welche Musik soll auf Ihrer Beerdigung spielen?
8. Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?
9. Was bedeutet ein gutes Leben für Sie?
10. Welche drei Dinge möchten Sie erreicht oder erlebt haben, bevor Sie sterben?

Tipp: Sie möchten sich weiter mit Ihrem eigenen Tod beschäftigen? Lesen Sie hier, wie Sie Ihre eigene Beerdigung planen.

Fazit

Vorsorge für den Tod ist wichtig. Scheuen Sie sich nicht und beschäftigen Sie sich mit Ihrem Lebensende – je detaillierter Sie dies tun, desto einfacher kann der Abschied vom Leben später gelingen. Es empfiehlt sich außerdem eine Patientenverfügung zu verfassen und zu bestimmen, welche medizinischen und pflegerischen Maßnahmen Sie im Notfall wünschen oder ablehnen. Bei Patientenverfügung.digital können Sie das kostenlos tun!

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