Sterbegeldversicherung – wann ist sie sinnvoll?

Patientenverfügung .digital

22.11.2020

Wer zahlt im Todesfall die Kosten Ihrer Bestattung? Eine Sterbegeldversicherung sichert Angehörige ab und zahlt Hinterbliebenen eine festgelegte Summe im Todesfall – doch ist das sinnvoll? Und wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung überhaupt? Im Folgenden beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Sterbegeldversicherung.

Sterbegeldversicherung

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung gehört neben der Bestattungsverfügung zu den wichtigsten Möglichkeiten zur Bestattungsvorsorge. Die Sterbeversicherung zahlt Angehörigen ein Sterbegeld, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. Das kann die finanzielle Belastung der Angehörigen lindern und die Bestattungskosten decken.

Eine Sterbeversicherung gibt es entweder ohne Wartezeit oder mit Wartezeit. Bei einer Versicherung ohne Wartezeit kommt es zunächst zu einer Gesundheitsprüfung (auf Vorerkrankungen, chronische Leiden etc.). Oder Sie entscheiden sich für eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen – dann ist die Auszahlung des Sterbegelds jedoch meistens an eine Wartefrist gekoppelt (zwischen 18 und 36 Monate nach Vertragsabschluss).

Warum kann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein?

In Deutschland zahlt der Staat im Todesfall kein Sterbegeld mehr – das Sterbegeld für jeden deutschen Bundesbürger wurde im Januar 2004 abgeschafft. Heutzutage gibt es das Sterbegeld nur noch im Rahmen der Beamtenversorgung (bzw. für Angehörige von Beamten).

Alle anderen müssen sich also privat für den Todesfall absichern – und eine der häufigsten Möglichkeiten zur Abdeckung der Bestattungskosten ist die Sterbeversicherung. Das kann sinnvoll sein, weil Bestattung grundsätzlich teuer sind. Falls gewünscht, können Sie mit einer Sterbegeldversicherung auch die Kosten der Grabpflege für einen bestimmten Zeitraum im Voraus abdecken.

Eine Sterbegeldversicherung ist also empfehlenswert, wenn...

  • Sie Ihre Angehörigen finanziell entlasten möchten,
  • Ihre Bestattung verbindlich regeln und absichern wollen
  • und über ausreichende Mittel für die Sterbeversicherung verfügen.

Wie funktioniert die Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung funktioniert ähnlich wie eine Risikolebensversicherung. Sie zahlen regelmäßig Beiträge ein, um die Bestattungskosten im Todesfall zu decken – eine einfache Bestattung kostet durchschnittlich knapp 8.000 Euro.

Im Gegensatz zur Risikolebensversicherung gibt es bei der Sterbegeldversicherung jedoch keine Höchstaltersgrenze – die Sterbegeldversicherung zahlt im Sterbefall garantiert und unabhängig vom Alter des Versicherten zum Todeszeitpunkt. Das Geld bekommen die Angehörigen, die der Versicherte in seiner Sterbegeldversicherung als Empfänger festgelegt hat – bzw. zur Abwicklung der Bestattung beauftragt hat.

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Wie hoch ist die Versicherungssumme?

Die Versicherungssumme für eine Sterbeversicherung beträgt meist zwischen 2000 und 15.000 Euro. Der Höchstbetrag liegt bei vielen Versicherern bei 12.000 bis 20.000 Euro – mehr Geld ist für die allermeisten Beerdigungen nicht nötig.

Wenn Sie Ihre Versicherungssumme wählen, sollten Sie deshalb eine ungefähre Vorstellung Ihrer gewünschten Bestattung haben. Wie teuer diese tatsächlich wird, hängt vor allem von Ihrer Bestattungsart ab (die Gruftbestattung gilt als teuerste Bestattungsart). Aber auch die musikalische Begleitung, die Ruhestätte oder die Grabpflege können Ihre Beerdigungskosten in die Höhe treiben. Je teurer Sie Ihre Bestattung planen, desto höher sollte die Versicherungssumme sein.

Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich von einem Bestatter beraten. Das ermöglicht Ihnen, einen genaueren Überblick über mögliche Kosten zu bekommen.

Wie lang ist die Beitragsdauer?

Die Beitragsdauer hängt von der Versicherungssumme ab – und davon, was für monatliche Beiträge Sie zahlen können/wollen. Grundsätzlich gilt: Je größer die Auszahlungsumme, desto länger die Laufzeit der Sterbeversicherung. Viele Versicherungsanbieter begrenzen zudem die Beitragsphase – dann müssen Sie beispielsweise beim Erreichen des 65. oder 80. Lebensjahr nicht mehr einzahlen, der Versicherungsschutz bleibt aber bestehen. Andere Versicherungen bieten auch lebenslange Beitragszahlungen an, die mit zunehmenden Alter geringer werden.

Übrigens: In Zeiten von finanziellen Engpässen können einige Sterbegeldversicherungen vorübergehend beitragsfrei gestellt werden. Der Versicherungsschutz bleibt dann erhalten – es kann jedoch sein, dass die Versicherungssumme am Ende geringer ausfällt.

Wann sollte ich die Sterbeversicherung abschließen?

Wie bei vielen Versicherungen gilt auch für die Sterbegeldversicherung: Je früher, desto weniger müssen Sie für Ihre Versicherung zahlen. Vor allem für Berufstätige über 45 Jahren kann die Sterbegeldversicherung deshalb interessant sein. Grundsätzlich kann jedoch eine Lebensversicherung eine eventuell günstigere Lösung bieten.

Menschen über 80 können eine Sterbegeldversicherung häufig nur mit einer Einmalzahlung abschließen. Einige Versicherungen möchten ab einem gewissen Alter außerdem bestimmte Gesundheitsfragen klären – und passen Ihre Beitragskosten entsprechend an den Gesundheitszustand des Interessenten an.

Tipp: Wenn Sie bereits im rentenfähigen Alter sind, bietet sich aufgrund der hohen Kosten für die Sterbeversicherung eine Alternative an: Sie können die Beerdigungskosten beiseitelegen und/oder einen Vorsorgevertrag abschließen.

Was muss ich außerdem beachten?

Es gibt verschiedene Anbieter mit verschiedenen Versicherungspolicen – und nicht die eine Sterbegeldversicherung, die für alle eine gute Wahl ist. Vergleichen Sie also mehrere Sterbeversicherungen und achten Sie dabei vor allem auf die Wartezeit. Wenn Sie mit einer Gesundheitsüberprüfung einverstanden sind, sollte die Wartezeit möglichst kurz sein – empfehlenswert sind Tarife mit 6 bis maximal 12 Monaten Wartezeit.

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