Seebestattung: Deshalb ist diese Naturbestattung so beliebt

Patientenverfügung.digital

2022-05-20

Sie spüren eine besondere Liebe zum Meer? Mit einer Seebestattung können Sie die letzte Ruhe auf hoher See finden und Angehörigen einen besonderen Abschied ermöglichen. In unserem Artikel beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Seebestattung.

Seebestattung

Wie läuft eine Seebestattung ab?

Der Ablauf einer Seebestattung kann sich je nach individuellen Wünschen unterscheiden. Normalerweise läuft eine „begleitete Seebestattung“ aber folgendermaßen ab:

Der Kapitän setzt die Flagge des Schiffs auf Halbmast. Die Schiffsglocke läutet und die Angehörigen bringen die Urne gemeinsam mit dem Kapitän zum Heck des Schiffes. Die Urne wird ins Wasser gegeben, schwimmt für ein paar Minuten auf dem Wasser und die Angehörigen können sich in Ruhe verabschieden. Dann versinkt die Urne in den Tiefen des Meeres. Dabei haben die Trauernden die Möglichkeit, Blumen, Blütenblätter oder kleine Steine ins Meer zu streuen. Am Ende der Bestattung erhalten die Angehörigen einen Auszug des Logbuchs und eine Kopie der Seekarte mit den Koordinaten der Bestattung.

Eine Trauerfeier ist häufig ebenfalls Teil der Seebestattung. Diese findet gerne direkt auf dem Schiff statt – entweder vor oder nach der Beisetzung.

Außerdem wichtig zu wissen:

  • Seebestattungen finden immer in einer sogenannten Dreimeilenzone statt. Das ist eine Zone, in der man weder fischen noch Wassersport betreiben darf.

  • Das direkte Verstreuen der Asche ins Meer ist in Deutschland nicht erlaubt. Deshalb werden für Seebestattungen in Deutschland immer wasserlösliche Urnen benutzt.

  • Seebestattungen sind grundsätzlich in allen Weltmeeren möglich. In Deutschland gibt es vor allem in Travemünde, Büsüm oder Warnemünde viele Reedereien, die Seebestattungen anbieten.

Welche Seebestattungsarten gibt es?

Begleitete Seebestattung

Die begleitete Seebestattung hat einen Ablauf wie zuvor beschrieben. Das bedeutet: Angehörige und Trauergäste sind auf dem Boot anwesend und verfolgen die Bestattung aus nächster Nähe. Einige Schiffe haben Kapazitäten für bis zu 100 Personen. Eine musikalische Begleitung, Trauerrede, Dekorationen und weitere Zusatzleistungen sind möglich.

Anonyme Seebestattung

Die anonyme Seebestattung findet ohne Angehörige oder Trauergäste statt. Meist bestatten die Redereien bei einer anonymen Seebestattung dann mehrere Urnen gleichzeitig. Anonyme Seebestattungen sind zum Beispiel eine gute Wahl, wenn Angehörige aufgrund eines hohen Alters nicht fit für eine Bootsfahrt sind.

Übrigens: Die größte deutsche Rederei für Seebestattungen ist die Deutsche See-Bestattungs-Genossenschaft (DSBG). Sie wurde 1975 gegründet und bietet Beisetzungsfahrten von fast allen deutschen Häfen in der Nord- und Ostsee an und international in alle Weltmeere.

Woher kommt die Idee einer Seebestattung?

Der Ursprung der Seebestattungen liegt in der maritimen Tradition: Gefallene Seefahrer wurden seit jeher auf dem Meer bestattet. Das hatte früher vor allem hygienische Gründe – schließlich konnte ein Leichnam nicht Tage auf einem Boot aufbewahrt werden konnte. Heute entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Seebestattung, weil sie sich mit dem Meer verbunden fühlen und den Gedanken schön finden, nach ihrem Ableben wieder zum Element Wasser zurückzukehren. Genauso kann die Ruhe und Kraft des Meeres Angehörigen bei der Trauerbewältigung unterstützen.

Wie organisiere ich eine Seebestattung?

Eine Seebestattung organisieren Sie am besten mit einem erfahrenen Bestattungsinstitut. Diese nehmen Ihnen die meisten organisatorischen Aufgaben ab (zum Beispiel Ämter- und Behördengänge oder die Anmeldung der Seebestattung bei einer Reederei).

Grundsätzlich sind für eine Seebestattung folgende Schritte nötig:

  • Einäscherung: Der Leichnam muss vor der Seebestattung in einem Krematorium eingeäschert werden. Dafür muss das Standesamt den Tod beurkunden und einen Bestattungsschein ausstellen.

  • Behördliche Genehmigung: In einigen Fällen müssen Sie die Seebestattung bei der zuständigen Behörde beantragen. Sie brauchen eine Ausnahmegenehmigung, die vom Friedhofszwang befreit. Viele Gemeinden verlangen deshalb eine schriftliche Begründung für den Wunsch einer Seebestattung.

  • Anmeldung Reederei: Die Seebestattung muss bei der Reederei angemeldet werden. Häufig arbeiten Bestatter mit Reedereien zusammen.

  • Schriftliche Willenserklärung: Für eine Seebestattung muss der Bestattungswunsch schriftlich festgehalten sein.

Was kostet eine Seebestattung?

Die Kosten für eine Seebestattung variieren je nach Anbieter und Region. In der Regel müssen Sie mit Kosten zwischen 900 Euro (anonyme Seebestattung) und 5000 Euro rechnen. Dafür entfallen allerdings die Kosten für Grabstein, Grabpflege und Friedhofsgebühren. Deshalb sind die Kosten für eine Seebestattung meist geringer als bei klassischen Bestattungsarten.

Tipp: Seebestattungen an der Ostsee sind oftmals günstiger als an der Nordsee. Am teuersten sind Bestattungen im Mittelmeer oder in anderen Weltmeeren.

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