Für wen ist eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Patientenverfügung.digital

5.11.2019

Wer an einer Pflegezusatzversicherung interessiert ist, sollte sich gut informieren. In diesem Artikel beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Pflegeversicherung und stellen Ihnen Gründe für und gegen die private Pflegezusatzversicherung vor.

Pflegezusatzversicherung

Was ist eine private Pflegeversicherung?

Eine Pflegezusatzversicherung ist eine eigenständige Sozialversicherung, die das finanzielle Risiko der Pflegedürftigkeit im Alter mindern soll – denn die gesetzlichen Leistungen reichen selten aus, um alle Pflegekosten zu decken.

Übrigens: Die Pflegeversicherung gibt es in Deutschland seit 1995. Dabei folgt die Pflegeversicherung der Krankenversicherung: Wer privat versichert ist und eine private Pflegeversicherung möchte, muss die Police bei einer privaten Krankenkasse abschließen.

Was ist das Problem der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Pflege im Alter kostet viel Geld. Was für einen Betrag die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt, hängt von Ihrem Pflegegrad ab. Je geringer der Pflegegrad, desto weniger Leistungszuschuss bekommen Sie – und alles, was über diesen Betrag hinausgeht, müssen Sie aus eigenen finanziellen Mitteln bezahlen. Dazu gehören zum Beispiel Einkünfte aus Rentenzahlungen, Kapitaleinträge und Zinsanlagen aus Geldanlagen oder Ihr angespartes Geldvermögen.

Achtung: Wenn Ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen, können Ihre Kinder herangezogen werden (Elternunterhalt bei Wikipedia). Dann müssen sich Ihre Kinder an Ihren Pflegekosten beteiligen – und zwar unabhängig von deren Einkommen.

Was spricht für eine private Pflegezusatzversicherung?

  • Mehr Unabhängigkeit
    Ohne private Pflegeversicherung können Sie weder die Pflegeeinrichtung noch Pflegepersonal wählen. Eine private Pflegeversicherung erhöht deshalb Ihre Unabhängigkeit und stellt sicher, dass Sie im Ernstfall eine menschenwürdige Pflege erhalten.
  • Mehr Entlastung
    Das Leben als Pflegefall ist selten einfach. Mit einer privaten Pflegeversicherung entlasten Sie sich und müssen sich zumindest nicht um die Finanzierung Ihrer Pflege kümmern. Meist ergänzen sich gesetzliche Pflegeleistung und zusätzliche Pflegeversicherung optimal.
  • Mehr Sicherheit
    Wer sich auf die gesetzliche Pflegeversicherung verlässt, muss mit dem Minimum rechnen. In vielen Fällen bedeutet das, dass Sie als Pflegefall Ihren Lebensstandard verlieren. Mit einer Pflegezusatzversicherung erhöhen Sie Ihre Sicherheit und die Pflegequalität. So bleibt Ihnen Ihr Status zumindest teilweise erhalten.
  • Weniger finanzielle Sorgen
    Mit einer Pflegezusatzversicherung befreien Sie nicht nur Ihre Kinder von finanzieller Verantwortung im Pflegefall. Wenn Sie nicht aus eigener Tasche für die Pflege bezahlen müssen, schonen Sie auch Ihr Vermögen und können Ihren Kindern mehr hinterlassen.

Was kostet eine Pflegeversicherung?

Die Kosten variieren je nach Tarif, Anbieter und Versicherungsart. Wenn Sie vor dem 55. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abschließen, kann die Police weniger als 100 Euro pro Monat kosten. Je älter Sie bei Abschluss der Versicherung sind, desto höher fällt der zu zahlende Betrag aus.

Tipp: Wenn Sie eine zusätzliche Pflegeversicherung möchten, sollten Sie unbedingt verschiedene Anbieter miteinander vergleichen.

Was spricht gegen eine private Pflegezusatzversicherung?

  • Hohe Einkünfte
    Wenn Sie konstante und hohe Einkünfte (zum Beispiel aus Renten, Immobilien oder anderen Vermögenswerten) haben, ist eine private Pflegezusatzversicherung selten sinnvoll. Die Kosten für die Pflege können Sie in einem solchen Fall vermutlich aus Ihren Einkünften zahlen.
  • Zahlende Kinder
    Eine Pflegezusatzversicherung können Sie sich häufig sparen, wenn Ihre Kinder die Kosten für die Pflege tragen können und dazu bereit sind. Eine Voraussetzung dafür ist ein starkes Verhältnis zu Ihren Kindern und/oder eine verbindliche Zusage. Wenn es um Ihre Pflege geht, müssen Sie sich auf Ihre Kinder zu 100% verlassen können!
  • Keine Erstattung
    Eine private Zusatzversicherung ist eine Risikoversicherung. Die Police wird nur im Leistungsfall bezahlt – wenn Sie nicht pflegebedürftig werden, bekommen Sie daher keine Kostenerstattung. Das eingezahlte Geld ist ausnahmslos „verloren“.
  • Hoher Beitrag
    Wenn Sie bereits über 55 Jahre alt sind, kann der Beitrag für private Pflegeversicherungen sehr hoch ausfallen. In einem solchen Fall müssen Sie besonders sorgfältig abwägen, ob die Versicherung für Sie sinnvoll und finanziell möglich ist.

Tipp: Wenn Ihnen eine Pflegezusatzversicherung zu teuer ist, sollten Sie mit Ihren Kindern sprechen. Für die Kinder ist es häufig günstiger sich an den Kosten einer Pflegezusatzversicherung zu beteiligen, als später für einen Teil der Pflegekosten zahlen zu müssen.

Fazit

Eine private Pflegeversicherung kann sinnvoll sein – muss es aber nicht. Es kommt auf Ihre finanzielle Situation an und darauf, was Ihnen wichtig ist. Eine private Pflegezusatzversicherung bietet Ihnen zusätzlichen Schutz und kann die Lücke zwischen Pflegekosten und gesetzlicher Pflegeversicherung schließen. Dafür haben Sie monatliche Kosten und bekommen Ihr Geld nicht zurück, wenn Sie keine Leistung in Anspruch nehmen. Wer über genügend finanzielle Mittel verfügt oder Kinder hat, die bereit sind die Kosten zu übernehmen, benötigt in den meisten Fällen keine zusätzliche Pflegeversicherung.

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