Pflegestützpunkte: Das sollten Sie wissen

Patientenverfügung.digital

erstellt am:

2023-01-30

letzte Änderung:

2023-02-07

Pflegebedürftigkeit kann jeden von uns treffen. Wer für eine solche Situation vorsorgen möchte, sollte sich frühzeitig über verschiedene Pflegemöglichkeiten informieren – und genau dafür sind die sogenannten Pflegestützpunkte eine wichtige Anlaufstelle. Im Folgenden informieren wir Sie über die Aufgaben und Angebote von Pflegestützpunkten. Viel Spaß beim Lesen!

Was sind Pflegestützpunkte?

Pflegestützpunkte sind unabhängige Auskunfts- und Beratungsstellen der Pflege- und Krankenkassen. Sie beraten zu Themen wie Pflege, Versorgung und Betreuung – und haben das Ziel, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen umfassend und kostenfrei bei der Pflegeorganisation zu entlasten (und dabei nicht zwingend notwendige Heimaufenthalte zu minimieren). Dies ist im Rahmen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes in § 92c des SGB XI geregelt.

Übrigens:

  • Pflegestützpunkte gibt es in allen Bundesländern außer Sachsen und Sachsen-Anhalt. Diese beiden Bundesländer bieten statt Pflegestützpunkte die sogenannte „vernetzte Pflegeberatung“ (durch die Pflegekassen).

  • Grundsätzlich hängt die Bezeichnung des Pflegestützpunkts vom Anbieter ab – auch „Pflegeberatungsstelle“, „Seniorenservicebüro“ oder „Sozialberatung in der Altenhilfe“ sind gängige Bezeichnungen. Auch die Diakonie ist ein Pflegestützpunkt.

Welche Aufgaben haben Pflegestützpunkte?

Pflegestützpunkte haben vielfältige Aufgaben.

  • Ein wichtiger Schwerpunkt liegt in der umfassenden Beratung und Auskunft rund um das Thema Pflege. Dazu gehören zum Beispiel Informationen zur Pflegeversicherung, zu den verschiedenen Pflegegraden und zu den Möglichkeiten der häuslichen und stationären Pflege.

  • Ebenfalls wichtig ist die Vermittlung von Pflegeleistungen. Die Pflegestützpunkte helfen bei der Suche nach passenden Pflegeeinrichtungen, beraten bei der Wahl der richtigen Pflegedienstleister und helfen bei der Antragstellung für eine Pflegekasse.

  • Außerdem bieten Pflegestützpunkte praktische Unterstützung an. Dazu gehört zum Beispiel die Organisation von Pflegediensten, die Kontrolle und Überprüfung der Pflegeleistungen oder die Vermittlung von Freiwilligen, die bei der Pflege helfen.

Das Ziel von Pflegestützpunkten ist es, die Auskunfts- und Beratungsleistungen der Sozialleistungsträger zu verbessern.

Wer kann einen Pflegestützpunkt aufsuchen?

Ob pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen oder einfach nur an Pflege interessierte Bürger: Es gibt keine Voraussetzungen für den Besuch eines Pflegestützpunktes. Wenn Sie sich über das Thema Pflege informieren möchten, werden Sie beim Pflegestützpunkt umfassend und kostenlos beraten.

Welche Vorteile bieten Pflegestützpunkte?

  • Pflegestützpunkte bieten eine unabhängige und kostenfreie Beratung rund um das Thema Pflege. Durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Pflegeeinrichtungen können Pflegestützpunkte auch bei komplexen Pflegesituationen passende Lösungen bieten.

  • Pflegestützpunkte bieten praktische Unterstützung bei der Organisation und Kontrolle von Pflegeleistungen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflegebedürftigen bestmöglich versorgt und Angehörige entlastet werden.

  • Pflegestützpunkte bieten regelmäßige Informationsveranstaltungen und Schulungen an. Hier können sich Interessierte neben der üblichen Beratung über verschiedene Aspekte der Pflege informieren und ihr Wissen erweitern.

Was sollte ich vor dem Besuch eines Pflegestützpunktes tun?

Wenn Sie einen Pflegestützpunkt besuchen möchten, sollten Sie einige Dinge im Vorfeld beachten. Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen bei Ihrem Besuch helfen können:

  • Termin
    Viele Pflegestützpunkte haben feste Öffnungszeiten und erfordern keine Voranmeldung. Trotzdem sollten Sie im Vorfeld einen Termin vereinbaren – denn Pflegestützpunkte haben oft einen hohen Andrang und es kann zu Wartezeiten kommen.

  • Fragen
    Überlegen Sie sich vor Ihrem Besuch, was Sie besprechen möchten. Notieren Sie sich wichtige Fragen und benötigte Informationen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie nichts vergessen und Sie alle Ihre Bedürfnisse und Anliegen bei Ihrem Besuch besprechen.

  • Pflege
    Überlegen Sie sich, welche Unterstützung Sie benötigen. Möchten Sie Pflege rund um die Uhr? „Nur“ Hilfe für die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen? Oder Hilfe bei der Suche nach der richtigen Pflegeeinrichtung? Es ist okay, wenn Sie diese Frage im Vorfeld noch nicht beantworten können.

  • Unterlagen
    Bringen Sie relevante Unterlagen wie Versicherungspolicen, Pflegetagebücher, Behandlungspläne, Diagnosen und Medikamentenlisten mit. Das ist wichtig, damit sich die Pflegeberater ein umfassendes Bild Ihrer Pflegesituation machen können.

  • Begleitperson
    Eine Begleitperson kann hilfreich zur Unterstützung sein. Diese Person kann sich ebenfalls Notizen machen und sicherstellen, dass alle wichtigen Informationen erfasst werden und Sie nichts vergessen. Außerdem kann eine Begleitperson emotional unterstützen.

Schlusswort

Wer sich über Pflege individuell beraten lassen möchte, hat mit Pflegestützpunkten eine sehr gute Anlaufstelle. Die Beratung ist umfassend, individuell und kostenfrei – und bietet Interessierten die Möglichkeit, sämtliche Fragen zu beantworten und die Pflege gemeinsam mit erfahrenen Beratern und Beraterinnen zu besprechen. Wichtig ist, dass Sie sich auf Ihren Besuch vorbereiten – und sicherstellen, dass bei Ihrem Besuch alle Ihre Anliegen und Fragen adressiert werden.

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