Die Patientenverfügung mit Angehörigen besprechen

Patientenverfügung.digital

26.10.2021

Viele Familien tun sich bei Gesprächen über das Älterwerden, Krankheiten und dem Tod schwer. Im Folgenden stellen wir Ihnen deshalb Tipps und Ideen vor, wie Sie das Thema der Patientenverfügung mit Ihren Liebsten am besten diskutieren. Wir konzentrieren uns auf drei Szenarien: Patientenverfügung mit Eltern besprechen, 2) mit volljährigen Kindern und 3) mit jungen Kindern und Teenagern.

1) Eltern zum Erstellen einer Patientenverfügung bewegen

Die meisten Menschen wollen sich über schlimme Szenarien wie Unfälle oder schwere Krankheiten keine Gedanken machen. Vor allem, wenn die biologische Uhr tickt und der eigene Tod langsam immer näher rückt. Trotzdem sollten Sie das Gespräch mit Ihren Eltern suchen, wenn diese noch immer keine Patientenverfügung erstellt haben.

Hier sind einige Tipps für dieses Gespräch:

Tipp 1: Wählen Sie den richtigen Blickwinkel

Es ist leicht, Patientenverfügungen als Zeichen für den bevorstehenden Tod zu betrachten. Tatsächlich geht es jedoch vor allem darum, sich für bestimmte Szenarien abzusichern und selbst im Notfall Selbstbestimmung behalten zu können. Betrachten Sie die Patientenverfügung deshalb vor allem als Respekt vor dem Leben – und nicht als Planung des Todes.

Tipp 2: Sprechen Sie über Erinnerungen

Erinnerungen können einen guten Einstieg in das Thema bieten. Sie können verdeutlichen, wie sich die Dinge in Ihrer Familie geändert haben und was vielleicht bald kommen wird. Sie können auch ein bestimmtes Ereignis als Ausgangspunkt nehmen – zum Beispiel ein relevantes Nachrichtenereignis, eine Fernsehsendung oder einen Film. Fragen Sie Ihre Eltern, was sie über dieses Ereignis denken.

Tipp 3: Nehmen Sie ein konkretes Beispiel

Sie können auch Beispiele aus Ihrem Bekanntenkreis nehmen, um die Wichtigkeit einer Patientenverfügung zu verdeutlichen. Kennen Sie jemanden, der kürzlich eine schwere Verletzung oder Krankheit erlitten hat? „Ich habe darüber nachgedacht, wie schwer sich die Familie von Onkel Martin nach seinem Unfall getan hat und möchte es für dich besser machen. Deshalb habe ich gedacht, dass du dir vielleicht eine Patientenverfügung erstellen solltest. Hast du darüber schon einmal nachgedacht?“

Übrigens: Lesen Sie hier 8 gute Gründe für eine Patientenverfügung.

Tipp 4: Stellen Sie diese konkrete Frage

„Was wünscht du dir für das Ende deines Lebens?“ Sobald Ihre Eltern die eigenen Wünsche und Überzeugungen erläutern, können Sie weitere Fragen stellen und das Gespräch in die gewünschte Richtung lenken. Sie können auch Ihre eigenen Wünsche mitteilen, damit das Gespräch tatsächlich ein Gespräch ist – und kein Verhör.

Wichtig: Denken Sie daran, dass Sie mit den Entscheidungen Ihrer Eltern nicht übereinstimmen müssen. Die Entscheidungen in einer Patientenverfügung sind sehr persönlich.

Tipp 5: Verwenden Sie mögliche Szenarien

„Stell dir vor, du hast einen schweren Unfall und landest im künstlichen Koma. Möchtest du unter jeden Umständen und möglichst lange am Leben gehalten werden? Oder gibt es Szenarien wo du Palliativmedizin oder den Tod vorziehen würdest?“ Solche Szenarien bringen Ihre Eltern schnell dazu, sich Gedanken zu machen und eigene Wünsche zu formulieren.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, die Patientenverfügung schriftlich zu erstellen. Ohne schriftliche Patientenverfügung können Sie im Ernstfall nicht immer für Ihre Eltern entscheiden – denn Angehörige sind nicht automatisch vertretungsbefugt. Außerdem kann es zu Missverständnissen kommen, wenn Sie sich nur mündlich an das Gespräch erinnern. Eine Patientenverfügung bietet Sicherheit und Präzision.

2) Patientenverfügung mit volljährigen Kindern besprechen

Wer eine Patientenverfügung verfasst und Kinder hat, sollte den Inhalt der Patientenverfügung mit seinen Kindern besprechen: „Wir würden gerne mit euch über unsere Patientenverfügung sprechen, damit ihr unsere Entscheidungen besser verstehen könnt. Es ist uns wichtig, dass ihr über alle unsere Wünsche informiert seid.“ Das macht es den Kindern nicht nur einfacher, die Entscheidungen der Eltern nachzuvollziehen. Ihre Kinder können dann auch besser gemäß Ihrem mutmaßlichen Willen entscheiden (falls ein Szenario eintrifft, das Sie in der Patientenverfügung nicht beschrieben haben).

Wichtig: Informieren Sie Ihre Kinder auch darüber, wo die Patientenverfügung im Ernstfall zu finden ist. Ihre Patientenverfügung nützt wenig, wenn sie nicht gefunden oder den Ärzten zu spät übergeben wird. Ein Notfallordner bietet sich an.

3) Patientenverfügung mit jüngeren Kindern besprechen

Vielleicht möchten Sie auch Ihre jüngeren Kinder über die Patientenverfügung informieren. Achten Sie dann besonders darauf, die Kinder nicht zu verängstigen: „Ich weiß nicht, ob du dich jemals gefragt hast, was passieren würde, wenn Papa und/oder ich schwer erkranken oder einen Unfall haben. Ich möchte mit dir darüber sprechen, okay?“ Erklären Sie Ihren Kinder auch, wer sich in einem solchen Fall um sie kümmern wird.

Schlusswort

Die Patientenverfügung mit Angehörigen zu besprechen, ist gar nicht so schwer. Wichtig ist, dass sie es tun – nur so können Ihre Liebsten Ihre Entscheidungen nachvollziehen und sind nicht komplett unvorbereitet, falls Sie schwer erkranken oder einen Unfall haben. Denken Sie jedoch immer daran, dass eine Patientenverfügung ein sehr persönliches Dokument ist. Lassen Sie sich bei der Festlegung Ihrer Wünsche nicht von Ihren Angehörigen beeinflussen. Die Patientenverfügung enthält Entscheidungen, die jeder für sich selbst treffen muss.

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