Deshalb sollte Ihre Patientenverfügung Wertvorstellungen enthalten

Patientenverfügung.digital

1.11.2021

Ob Religion, Ängste, Hoffnungen oder die persönliche Meinung übers Leben & Sterben: Persönliche Wertvorstellungen sind ein wichtiger Grundbaustein vieler Patientenverfügungen. Warum das so ist und wie Sie Wertvorstellungen auch in Ihrer Patientenverfügung formulieren können? Das erklären wir Ihnen in diesem Blogartikel.

Warum Wertvorstellungen so wichtig sind

Es ist eigentlich ganz einfach: Selbst die beste und umfassendste Patientenverfügung kann nicht alle Krankheits- und Unfallszenarien abdecken. Was passiert, wenn eine Situation eintritt, die Sie in Ihrer Patientenverfügung nicht beschrieben haben? Dann müssen Ärzte, Pfleger und Betreuer nach Ihrem mutmaßlichen Patientenwillen entscheiden – und genau dort kommen Ihre Wertvorstellungen ins Spiel.

Werte bieten Interpretationshilfe

Im § 1901a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) heißt es:

"Der mutmaßliche Wille ist aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind insbesondere frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische oder religiöse Überzeugungen und sonstige persönliche Wertvorstellungen des Betreuten."

Die Wertvorstellungen bieten Betreuern und Ärzten also einen wichtigen Anhaltspunkt um Behandlungsentscheidungen über Ihre Patientenverfügung hinaus zu treffen. Wer Ihre Überzeugungen bezüglich Religion, Leben, Tod & Co. kennt, kann mit höherer Wahrscheinlichkeit passende Behandlungsmaßnahmen wählen – selbst wenn eine Situation eintritt, die Ihre Patientenverfügung nicht berücksichtigt. Außerdem können Sie Angehörigen so Unsicherheit, Zweifel und Schuldgefühle ersparen, wenn Angehörige vor schwierigen Entscheidungen bezüglich Ihrer Behandlung stehen.

Wie halte ich meine Werte in der Patientenverfügung fest?

Am besten lassen Sie sich eine Patientenverfügung von einem Experten erstellen. Bei Patientenverfügung.digital erstellen wir Ihnen Ihre maßgeschneiderte Patientenverfügung zum Beispiel kostenlos – und berücksichtigen dabei auch Ihre Wertvorstellungen. Sollten Sie sich Ihre Patientenverfügung selbst verfassen wollen, können Ihnen folgende fünf Themengebiete und Fragen als Anregung dienen:

01. Leben allgemein

  • Was bereitet Ihnen am meisten Freude?
  • Wie stellen Sie sich Ihr zukünftiges Leben vor?
  • Wie gehen Sie mit Leid und Schicksalsschlägen um?
  • Welche Wünsche möchten Sie sich unbedingt noch erfüllen?

02. Lebenswertes Leben

  • Was ist ein lebenswertes Leben für Sie?
  • Möchten Sie möglichst lange oder möglichst intensiv leben?
  • Was wäre das Schlimmste, das Ihnen passieren könnte?
  • Wann wäre das Leben für Sie nicht mehr lebenswert?

03. Sterben

  • Was ist würdevolles Sterben für Sie?
  • Was wünschen Sie sich für Ihren Tod?
  • Wie möchten Sie auf keinen Fall sterben?
  • Welche persönlichen Überzeugungen haben Sie über den Tod?

04. Persönliche Einstellungen & Erfahrungen

  • Welche Rolle spielt Religion in Ihrem Leben?
  • Welche Rolle spielt Ihr Glauben in Bezug auf Sterben und Leid?
  • Haben Sie Krankheiten, Tod oder Pflegebedürftigkeit bei anderen Menschen miterlebt?
  • Was haben Sie dabei gedacht?
  • Was hätten Sie sich in einer vergleichbaren Situation gewünscht?

Tipp: Stellen Sie sich beim Formulieren Ihrer Wertvorstellungen den Adressaten vor. Es geht vor allem darum, dass Angehörige, Betreuer oder Ärzte Ihre Vorstellungen verstehen und Sie und Ihre Wünsche in diesem Kontext besser kennenlernen können.

05. Beziehungen und Hilfe

  • Nehmen Sie gerne fremde Hilfe an?
  • Wie wichtig ist Ihnen Selbstständigkeit?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie anderen Menschen zur Last fallen?
  • Welche Menschen sind Ihnen besonders wichtig?

Schlusswort: Müssen Werte in die Patientenverfügung?

Nein, müssen sie nicht. Sie können Ihre Patientenverfügung verfassen, wie Sie möchten – und natürlich auch auf Ihre Wertvorstellungen verzichten. Empfehlenswert ist das allerdings nicht – denn ohne Werte in der Verfügung ist das Risiko größer, dass Ärzte oder Angehörige bei schwierigen Behandlungssituationen nicht gemäß Ihrem Willen entscheiden. Deshalb ist eine Patientenverfügung mit Wertvorstellungen für jeden empfehlenswert.

Unser Geschäftsführer Eduard Hildebrandt sagt:

"Wertvorstellungen in der Patientenverfügung bieten zusätzliche Absicherung. Deshalb empfehlen wir allen unseren Nutzern, ihre Werte in der Patientenverfügung festzuhalten."

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