So weit klaffen Angebot und Nachfrage auseinander

Eduard Hildebrandt

2018-12-15

Tausende Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Für viele ist es ein Wettlauf gegen den Tod – denn während immer mehr Menschen auf ein neues Organ angewiesen sind, sinkt die Bereitschaft zur Organspende.

Rückläufige Zahlen seit 2010

Seit 2010 nimmt die Zahl der Organspender in Deutschland ab. 2010 spendeten 1.300 Personen Organe, 2017 waren es nur noch 796 Spender – ein historisches Tief. Damit gehört Deutschland zu den europäischen Ländern mit den wenigsten Spendern. Nur Rumänien, Albanien und Griechenland haben noch weniger Spender. Weltweiter Spitzenreiter ist Spanien.

Deutsche Kliniken haben Mitschuld

Warum spenden immer weniger Deutsche Organe? Es liegt nicht unbedingt an einer mangelnden Spendenbereitschaft, sondern an den Strukturen in deutschen Kliniken. Vor dem Einstellen intensivmedizinischen Maßnahmen sollte immer eine Organspende besprochen werden – das ist im deutschen Klinikalltag jedoch nicht immer der Fall. Hinzu kommen zahlreiche Transplantationsskandale in den letzten Jahren, die das Vertrauen in die Organspende nachhaltig beschädigten.

Dramatische Auswirkungen

Viele Patienten bezahlen diesen Rückgang an Organspenden mit dem Tod. Während 2011 noch 3.917 Organe postmortal gespendet wurden, waren es 2016 nur noch 2.867. Auch diese Zahl erreichte 2017 einen neuen Tiefstand. Wie weit Angebot und Nachfrage an Spenderorganen in Deutschland auseinanderklaffen, verdeutlicht folgende Infografik:

Organspende: Angebot und Bedarf

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