Lebensversicherung erklärt: 5 Varianten

Patientenverfügung.digital

7.12.2020

Wer sich mit einer Lebensversicherung absichern möchte, hat unterschiedliche Möglichkeiten. Wir stellen Ihnen 5 Versicherungsarten und ihre Vor- und Nachteile vor. Welche Variante eignet sich für Sie? Nach diesem Artikel können Sie eine fundierte Entscheidung treffen! 

Variante 1: Kapitallebensversicherung

Eine Kapitallebensversicherung ist der Klassiker. Hier spart der Anleger über einen langen Zeitraum einen Gesamtbetrag an, bis das verzinste Geld samt Überschuss am Stichtag vollständig ausgezahlt wird. Sollte der Versicherte vor Ablauf der Kapitallebensversicherung sterben, erhalten die Angehören eine vorher festgelegte Versicherungssumme.

Heutzutage lohnt sich die Kapitallebensversicherung kaum. Das liegt vor allem an den Niedrigzinsen – für Versicherer gibt es kaum noch lohnende Anlagemöglichkeiten, um das Geld für den Versicherten gewinnbringend anzulegen. Das führt zu geringen Überschüssen und eine für Versicherte geringen Attraktivität der klassischen Kapitallebensversicherung. Der Garantiezins liegt gerade mal bei 0,9 Prozent; und damit unterhalb der Inflationsrate.

Viele Versicherer setzen deshalb zunehmend auf neue Versicherungsprodukte (zum Beispiel fondsgebundene Versicherungen), die wir Ihnen im Folgenden ebenfalls vorstellen werden.

Variante 2: Private Rentenversicherung

Keine Lebensversicherung im eigentlichen Sinne, aber eine denkbare Alternative: Die private Rentenversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Hier sparen Sie einen Betrag an und lassen sich diesen parallel zur eigentlichen Rente auszahlen – entweder jeden Monat oder wie bei der Kapitallebensversicherung eine vollständige Auszahlung zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt.

Der größte Nachteil im Vergleich zur Lebensversicherung: Es gibt keine Absicherung, falls Sie als Versicherter vorzeitig sterben. Bei Tod des Versicherungsnehmers vor vertraglich vereinbartem Auszahlungsdatum, erhalten die Angehörigen nur die bisher eingezahlten Beträge. Ansonsten funktionieren private Rentenversicherungen und Lebensversicherungen sehr ähnlich.

Variante 3: Indexgebundene Lebensversicherung

Die indexgebundene Lebensversicherung funktioniert ähnlich wie die klassische Kapitallebensversicherung. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung investieren Sie Ihre Überschüsse jedoch nicht in verzinste Anlagen, sondern in Aktien. Als Versicherter genießen Sie demnach eine höhere Renditemöglichkeit (der Gewinn wird von Jahr zu Jahr neu gedeckelt), haben aber auch ein größeres Investitionsrisiko. Einen Garantiezins gibt es bei dieser Form der Lebensversicherung nicht.

Tipp von Patientenverfügung.digital: Eine index- oder fondsgebundene Lebensversicherung können Sie beleihen. Das ist sinnvoll, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen und Ihre Versicherung nicht kündigen oder verkaufen möchten. Das kann sich bei älteren Verträgen mit hohen Zinsen lohnen. Bei einer Beleihung vermeiden Sie große Verluste, die durch eine Kündigung oder einen Verkauf entstehen können.

Variante 4: Fondsgebundene Lebensversicherung

Sie möchten eine Kapitalanlage bei gleichzeitiger Absicherung für den Todesfall? Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung ist das möglich. Hier lassen Sie einen Sockelbetrag mit geringem Risiko vom Versicherer anlegen und investieren einen Teil der angesparten Beträge in verschiedene Fonds. Nach Vertragsablauf erhalten Sie einen Sockelbetrag und einen Fondsertrag.

Im Vergleich zur indexgebundenen Lebensversicherung investieren Sie hier einen größeren Teil in Aktien. Der Vorteil dieser Variante: Sie kombinieren eine stabile Wertanlage mit möglichen Aktiengewinnen. Natürlich sind jedoch keine Gewinne garantiert; außerdem spielt Aktienvolatilität eine wichtige Rolle. Wenn Ihre Auszahlung zum Beispiel in eine Phase niedriger Aktienkurse fällt, verringert dies den Ertrag Ihrer Gesamtauszahlung.

Wichtig: Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung sind Sie abgesichert, wenn Sie vorzeitig sterben. Dann erhalten Ihre Angehörigen einen garantierten Betrag inkl. mögliche Aktiengewinne.

Variante 5: Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung bietet sich vor allem für eine langfristige Familienabsicherung an. Sie können sich mit einer Risikolebensversicherung zum Beispiel für den Fall absichern, dass der Hauptverdiener stirbt. Auch für Familien mit langfristigen Zahlungsverpflichtungen, zum Beispiel eine Immobilienfinanzierung, kann sich eine Risikolebensversicherung lohnen.

Viele Risikolebensversicherungen laufen entweder über eine bestimmte Kreditlaufzeit oder bis zum Ende der Berufsausbildung der Kinder des Versicherten.

Im Gegensatz zu allen anderen Versicherungsvarianten sparen Sie bei dieser Variante keine Summe an, sondern zahlen einen regulären Versicherungsbeitrag – die Höhe des Beitrags richtet sich vor allem nach Gesundheitszustand, Alter und Lebensumständen des Versicherungsnehmers. Deshalb sollten Sie die Risikolebensversicherung möglichst früh abschließen, um teure Policen zu vermeiden.

Tipp von Patientenverfügung.digital: Ab 50 Jahren steigt die Beitragshöhe der Risikolebensversicherung deutlich – selbst wenn keine Vorerkrankungen vorliegen. Während ein 40-jähriger durchschnittlich etwa 15 Euro pro Monat zahlt, liegen die Versicherungsbeträge für über 50-Jährige schnell bei 60 Euro und mehr.

Oder doch Sterbegeld?

Eine weitere Alternative zur Lebensversicherung ist eine Sterbegeldversicherung. Während die Risikolebensversicherung vor allem für die Absicherung der eigenen Angehörigen dient, will die Sterbegeldversicherung die Kosten des Todesfalls abdecken.

Wie wählen Sie die optimale Versicherungsart für Sie?

  • Wenn Sie über 50 sind und vor allem die Beerdigungskosten abdecken möchten, können Sie mit einer Sterbegeldversicherung viel Geld sparen. Ein weiterer Vorteil der Sterbegeldversicherung: Es gibt keine zeitliche Befristung und die Versicherung ist häufig beitragsfrei, sobald Sie Ihr 85. Lebensjahr erreichen.

  • Wer vor allem seine Familie langfristig absichern möchte, trifft mit einer Lebensversicherung vermutlich eine bessere Wahl. Wir empfehlen das vier- bis fünffache Jahresbruttogehalt als Absicherungssumme.

Tipp von Patientenverfügung.digital: Wer keine Sterbegeldversicherung möchte, kann die Bestattungskosten auch in die Höhe der Lebensversicherung einkalkulieren. Vor allem Bestattungsart, Umfang der Beerdigung und Kosten für Friedhof, Grabstein und Pflege entscheiden über die Beerdigungskosten.

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