So gelingt eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Patientenverfügung.digital

5.11.2019

Sie haben ein Unternehmen und suchen einen Nachfolger? So geht es jedes Jahr etwa einer halben Million kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Für viele gehört die Unternehmensnachfolge zur Nachlassregelung oder sogar zum eigenen Vermächtnis. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Nachfolge Ihrer Geschäftsleistung sicher regeln.

Unternehmensnachfolge

1. Die Grundlagen

Stellen Sie sich zunächst die grundlegenden Fragen: Warum suchen Sie einen Nachfolger? Soll das Unternehmen in der Familie bleiben oder ist ein außenstehender Nachfolger eine Option? Denken Sie neben den finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Fragen auch an persönliche Aspekte und Prioritäten. Soll das Unternehmen so bleiben, wie es ist? Oder soll etwas verändert werden?

Fragen Sie sich außerdem, ob Sie eine sofortige Übergabe oder einen stufenweisen Rückzug wünschen. Letzteres kann sinnvoll, um den Nachfolger in das Unternehmen und bei Partnern einzuarbeiten – und die Mitarbeiter auf den Führungswechsel vorzubereiten.

Tipp: Mitarbeiter und Stammkunden betrachten große Veränderungen häufig skeptisch. In vielen Fällen ist es deshalb die bessere Wahl, Veränderungen schrittweise einzuführen. Oder die Änderungen in Absprache mit dem Nachfolger noch vor der Unternehmensübergabe durchzuführen.

2. Die Details

Die Details sind bei der Unternehmensnachfolge mindestens genauso wichtig wie die Grundlagen. Häufig müssen zum Beispiel Genehmigungen und Patente überführt oder arbeitsrechtliche und tarifliche Angelegenheit geklärt werden. Wer einen Nachfolger sucht, sollte deshalb immer ein ausführliches Unternehmenskonzept erstellen – und alle wichtigen Informationen (Mitarbeitersituation, Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, rechtliche Bestimmungen, Marktanalyse) für den Nachfolger bündeln.

Denken Sie anschließend weiter. Wo finde ich geeignete Kandidaten. Wie gelingt die Unternehmensnachfolge konfliktfrei? Wie kann ich den Nachfolger optimal auf die Unternehmensübergabe vorbereiten?

Übrigens: Die Hälfte aller Unternehmen findet einen Nachfolger im engeren Familienkreis des Gründers oder bisherigen Eigners. Die andere Hälfte wählt einen Nachfolger, der von außen ins Unternehmen tritt.

3. Unternehmen im Familienbesitz

Wenn es sich um ein Unternehmen im Familienbesitz handelt, müssen Sie auch das Erbrecht beachten. Hier sind die drei wichtigsten Fragen:

I. Wer erbt mein Unternehmen?

Im Normalfall erben Ihre gesetzlichen Erben das Unternehmen. Wenn Sie das nicht möchten, sollten Sie die Erbfolge in Ihrem Testament entsprechend ändern.

Bei einer Personengesellschaft gibt es jedoch einen Sonderfall – die sogenannte Sondererbrechtsnachfolge. Das bedeutet: Nicht die Erbengemeinschaft wird zum Gesellschafter, sondern jeder einzelne Miterbe gemäß seiner Quote bei der Nachlassregelung. Außerdem schränken die Gesellschaftsverträge bei Personengesellschaften den Personenkreis oftmals ein, der über den Gesellschaftsanteil des Erblassers bestimmt. Deshalb sollten Sie die Erbfolge unbedingt mit dem aktuellen Gesellschaftsvertrag abstimmen.

II. Sollte ich mein Unternehmen vererben oder übertragen?

Wenn Sie Ihr Unternehmen nicht bis zum Lebensende fortführen möchten, ist eine Übergabe zu Lebzeiten häufig sinnvoller. So können Sie die Nachfolgegeneration entsprechend einführen – und sichergehen, dass Ihre Unternehmenswerte auf die nächste Generation überspringen. Außerdem können Sie bei Fehlentwicklungen gegensteuern – und Erb-, Gesellschafts- und steuerrechtliche Themen besser regeln.

III. Welche Steuern gibt es bei einer Unternehmensübertragung?

Ob Sie ein Unternehmen vererben oder zu Lebzeiten per Schenkung übertragen: Die Unternehmensübertragung unterliegt dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (Hier mehr zur Erbschaftssteuer lesen). Die Schenkungssteuer können Sie jedoch vermeiden, wenn das Unternehmen mindestens für sieben Jahre fortgeführt wird und nach diesen sieben Jahren 700% der sogenannten Ausgangslohnsumme erreicht werden (§ 13 a VIII ErbStG).

4. 5 Säulen der Unternehmensnachfolge

I. Vorbereitung

Definieren Sie, warum Sie einen Nachfolger suchen. Setzen Sie sich eine Deadline für das Suchen eines geeigneten Bewerbers und bereiten Sie alle rechtlichen Grundlagen des Unternehmens vor, wie zum Beispiel bau- und gewerberechtliche Zulassungen.

II. Marktanalyse

Eine detaillierte Markanalyse hilft zu entscheiden, ob eine Unternehmensübergabe wirklich sinnvoll ist. Welche Wettbewerber gibt es? Wie ist die Außenwahrnehmung des Unternehmens? Wie stabil ist der Kundenstamm und wie realistisch ist eine Neukunden Gewinnung? Fassen Sie die wichtigsten Informationen in Ihrer Marktanalyse zusammen.

III. Bilanz

Lassen Sie eine Bilanzprüfung durchführen und bewerten. Denken Sie außerdem an eine realistische Einschätzung der aktuellen Auftragslage und, falls vorhanden, dem aktuellen Lagerbestand. Eine möglichst genaue IST-Beschreibung ist wichtig –einschließlich Lieferanten, Lieferketten und Kostenstrukturen.

IV. Kaufpreis bestimmen

Auf Grundlage Ihrer Analyse können Sie anschließend einen realistischen Kaufpreis ermitteln. Denken Sie dabei an zusätzliche Abwicklungskosten aus Sachinvestitionen, Abfindungszahlungen und Kosten für Mitarbeiter, Notare, Wirtschaftsprüfer und Anwälte.

V. Einarbeitung ins Unternehmen

Helfen Sie Ihrem Nachfolger bei der Einarbeitung in sein "neues" Unternehmen. Dazu gehört zum Beispiel die Einführung bei Führungskräften und Mitarbeitern; Geschäftspartnern und Lieferanten. Häufig kann es außerdem sinnvoll sein, wenn Sie während der Übergangsphase als Berater im Unternehmen tätig bleiben. So kann sich Ihr Nachfolger auf das Tagesgeschäft konzentrieren, sich mit Stärken und Schwächen des Unternehmens vertraut machen und die Unternehmenstradition kennenlernen.

Fazit

Für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist eine detaillierte Vorbereitung das A und O. Seien Sie sich darüber im Klaren, was für einen Nachfolger Sie suchen – und stellen Sie Ihrem Nachfolger anschließend alle wichtigen Details zur Verfügung. Wer ein Unternehmen im Familienbesitz belassen möchte, sollte die Übergabe im Normalfall bereits zu Lebzeiten vollziehen. Das erleichtert die Übergangsphase – und eröffnet die Möglichkeit, sich die Schenkungssteuer zu sparen.

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