Eltern betreuen: So können Geschwister die Pflege aufteilen

Patientenverfügung.digital

2022-12-26

Ihre Eltern werden langsam pflegebedürftig? In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Pflegeaufgaben in der Familie in fünf Schritten aufteilen können, um Stress und Streitigkeiten zu minimieren.

Eltern betreuen

Schritt 1: Situation verstehen

Wer pflegt die Eltern wann und wie? Pflege kann unter Geschwistern schnell zu Streit führen. Denn: Das Thema ist komplex und häufig fehlt es an Kenntnissen, wie die Pflege der eigenen Eltern überhaupt zu organisieren ist. Planen Sie also unbedingt ausreichend Zeit ein, um sich umfassend über das Thema Pflege zu informieren. Ein guter Startpunkt ist beispielsweise der Digitale PflegeBerater von R+V.

Übrigens: Etwa drei Viertel der Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause gepflegt. Das sind 2,59 Millionen Menschen – und 1,76 Millionen der Pflegebedürftigen werden ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt (ohne Unterstützung von Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Diensten).

Schritt 2: Pflege besprechen

Besprechen Sie Pflege mit Ihrer Familie so früh wie möglich. Schließlich lassen sich Pläne in Ruhe besser zusammenstellen, also unter Stress im Notfall. Sprechen Sie nun mit Ihren Geschwistern und suchen Sie gemeinsam ganz entspannt nach Pflegemöglichkeiten und -lösungen. Am besten ist ein persönliches Treffen – zum Beispiel auf dem nächsten Familienfest. Wichtig ist, dass alle über das Thema informiert sind und alle an einem Strang ziehen.

Schritt 3: Eltern verstehen

Sie haben die Pflege nun mit Ihren Geschwistern besprochen. Doch haben Sie dabei auch die Bedürfnisse Ihrer Eltern berücksichtigt? Das kann man schnell vergessen, wenn die Eltern beim Gespräch nicht anwesend sind. Deshalb sollten Sie im nächsten Schritt mit Ihren Eltern sprechen – und herausfinden, was diese sich beim Thema Betreuung und Pflege wünschen.

Beachten Sie dabei vor allem folgende Punkte:

  • Pflege ist ein sensibles Thema. Niemand altert gerne und niemand ist gerne auf Pflege angewiesen! Führen Sie das Gespräch deshalb so einfühlsam wie möglich – und haben Sie Verständnis, wenn Ihre Eltern sich sträuben. Vielleicht kann es hilfreich sein, jemand anderen (zum Beispiel Hausarzt) das Gespräch führen zu lassen.

  • Mit einem Gespräch ist es nicht getan. Pflege ist ein fortlaufender Prozess und muss fortlaufend angepasst werden. Ein kontinuierlicher Dialog ist deshalb extrem wichtig.

Schritt 4: Verantwortung aufteilen

Sie haben mit Ihren Eltern gesprochen? Die Bedürfnisse sind klar? Alle nötigen Pflegeschritte sind definiert? Dann können Sie die Verantwortung nun in der Familie (und / oder engen Freunden verteilen). Achten Sie bei der Verteilung darauf, dass die Aufgaben zu den Fähigkeiten und der vorhandenen Zeit der Familienmitglieder passt. Die wichtigste Frage: Wer kann was übernehmen und wer hat wann Zeit?

Sie können Ihre Pflege zum Beispiel wie folgt aufteilen:

  • Eine Person kümmert sich um alle Formalitäten & Verträge
  • Eine Person kümmert sich um die Pflegebedürfnisse vor Ort
  • Enkelkinder verbringen 1 x pro Woche Zeit mit Oma & Opa

Aufgaben wie Fahrtdienste, Einkäufe, Botengänge lassen sich gut abwechselnd erledigen. Sie können diese Aufgaben zum Beispiel jeden Monat von einer anderen Person erledigen lassen.

Schritt 5: Kommunikation planen

Mindestens einmal pro Monat sollten Sie ein kurzes Treffen mit Ihren Geschwistern planen und Erfahrungen austauschen (und eventuelle Anpassungen der Pflege vornehmen). Diese Treffen müssen nicht lang sein und können auch online oder per Telefon geschehen. Wenige Minute reichen aus!

2 abschließende Tipps

  • Gegenseitige Unterstützung
    Angehörige zu pflegen, kann sehr anstrengend sein. Unterstützen Sie sich als Geschwister bestmöglich untereinander und sprechen Sie offen über Probleme und Dinge, die nicht gut funktionieren. Meinungsverschiedenheiten sind normal – wichtig ist, dass die Pflege Ihrer Eltern darunter nicht leidet!

  • Seien Sie flexibel
    Pflege lässt sich selten perfekt planen. Seien Sie sich darüber bewusst, dass unvorhersehbare Ereignisse eintreffen können und bleiben Sie flexibel. Vielleicht liegt Ihr Bruder mit Grippe im Bett und Sie müssen einspringen. Oder Ihre Schwester macht einen Wochenendausflug und Sie übernehmen ihre Pflegeaufgaben am Wochenende. Außerdem können sich die Pflegebedürfnisse Ihrer Eltern ändern!

Schlusswort

Die Pflege der eigenen Eltern ist eine große Aufgabe. Sie stellt die Familie vor große Herausforderungen, doch kann unter Geschwistern auch das Miteinander verbessern – und dafür sorgen, dass sich ein echtes Team bildet. Gemeinsam kann man an der Situation wachsen und kostbare Zeit mit den Eltern verbringen, was irgendwann nicht mehr möglich sein wird. Mit unseren Tipps verteilen Sie die Verantwortung bestmöglich auf mehreren Schultern.

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