Deshalb scheitern die meisten Patientenverfügungen

Patientenverfügung.digital

5.11.2019

Seit 10 Jahren gilt das Patientenverfügungsgesetz – doch die Bilanz ist ernüchternd. Nur jede 50. Patientenverfügung greift im Notfall! Warum das so ist und wie Sie eine wirksame Verfügung erstellen, verraten wir im Folgenden.

Patientenverfügung

Keine Behandlung ohne Patienteneinwilligung

2009 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Patientenverfügung. Seitdem kann jeder Deutsche vorher verbindlich festlegen, welche medizinischen und pflegerischen Maßnahmen er im Notfall wünscht oder ablehnt. Das soll Selbstbestimmung und Patientenautonomie garantieren – selbst wenn der Betroffene aufgrund einer Krankheit oder einem Unfall nicht mehr ansprechbar ist.

Das bedeutet: Medizinische Maßnahmen sind ohne Einwilligung des Patienten nicht möglich – selbst wenn diese Maßnahmen lebensnotwendig sind. Nur der Patientenwille ist entscheidend! Ohne Patientenverfügung müssen Ärzte und Angehörige den „mutmaßlichen Patientenwillen“ ermitteln und entsprechend handeln. Das kann gerade für Angehörige eine riesige Belastung sein.

Trotzdem funktionieren Patientenverfügungen in der Praxis nur selten.

Warum sind viele Patientenverfügungen unwirksam?

Eine Untersuchung der Herforder Notfallmedizin fand heraus, dass nur jeder 50. Patient eine Patientenverfügung besitzt, die im Notfall tatsächlich wirksam wird. Eine weiter Studie zur Aussagekraft von Patientenverfügungen in Akutsituationen kam zu ähnlich erschreckenden Ergebnissen. Auf der Intensivstation hat eine vorhandene Patientenverfügung demnach keinen Einfluss, wie lange die Intensivtherapie dauert. Das hat unter anderem folgende Gründe:

  • Viele Patientenverfügungen sind unwirksam, weil sie unvollständig sind. Das macht die Verfügungen kaum anwendbar und bietet Ärzten im Notfall keine Entscheidungshilfe.
  • Viele Patientenverfügungen sind zu unkonkret. Allgemeine Formulierungen wie „keine lebensverlängernden Maßnahmen“ oder „ein würdevolles Sterben ermöglichen“ machen die Patientenverfügung oft unwirksam. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) bereits per Urteil. Allgemeine Formulierungen lassen zu viel Interpretationsspielraum.
  • Viele Menschen haben unrealistische Erwartungen in Bezug auf praktische Umsetzung Ihrer Verfügung. Zum Beispiel: „Wenn die Wiederbelebungsmaßnahme nach 5 Minuten keine Erfolge erzielt, möchte ich einen Abbruch der Maßnahmen“. In der Praxis funktioniert das nicht: Ärzte werden bei Wiederbelebungsmaßnahmen weder auf die Uhr schauen, noch bei Notfallsituationen im öffentlichen Raum vor der Wiederbelebung nach einer Patientenverfügung suchen.
  • Ärzte halten sich nicht an die Patientenverfügung. In solchen Fällen müssen Sie gegen die Ärzte vorgehen – denn eine Nichtbeachtung der Patientenverfügung ist strafbar. Als Betreuer oder Bevollmächtigter können Sie ausserdem den Arzt wechseln und den Patienten in eine andere Klinik verlegen lassen. Ärzte müssen den Patienten wechseln lassen. Bei Konflikten schaltet sich häufig das Vorsorgegericht ein.
  • Viele Menschen nutzen vorgefertigte Vorlagen zum Ankreuzen. Das Erstellen solcher Muster-Patientenverfügungen ist schnell erledigt und minimiert die Zeit, in der man sich mit dem eigenen Tod auseinander setzen muss. Doch vorgefertigte Patientenverfügungen sind selten präzise und funktionieren in der Praxis meistens nicht.

So erstellen Sie eine wirksame Patientenverfügung

Eine wirksame Patientenverfügung muss folgende grundlegende Kriterien erfüllen:

  • Die Patientenverfügung muss konkrete Behandlungsentscheidungen detailliert beschreiben und Ihre Wünsche medizinisch präzise festlegen
  • Legen Sie eine Vertrauensperson fest und statten Sie diese mit entsprechenden Rechten aus, so dass diese im Ernstfall Ihre Verfügung durchsetzen kann
  • Ergänzen Sie zusätzlich Ihre Patientenverfügung um persönlichen Vorstellungen von Lebensqualität und Wertvorstellungen

Patientenverfügung.digital hilft Ihnen dabei. Unser intelligenter und benutzerfreundlicher Assistent führt Sie mit aus­führlichen und leicht verständlichen Erklärungen Schritt für Schritt von der ersten Frage bis zu unterschriftsreifen Dokumenten. Wie bei einem Arztgespräch werden Ihnen dabei Fragen gestellt unter anderem zu wichtigen medizinische Situationen, Bevollmächtigung für Vertrauenspersonen, Ihre Einstellung zur Organspende und vieles mehr. Anschließend erstellt Ihnen unser digitaler Assistent eine individuelle Patientenverfügungen, die perfekt zu Ihnen passt. Dieser Service ist kostenlos und finanziert sich durch die Beiträge zufriedener Nutzer.

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