Bestattungsverfügung: Diese 7 Fragen müssen Sie sich stellen

Patientenverfügung.digital

24.11.2020

Eine Bestattungsverfügung ist ein Vorsorgedokument, das häufig übersehen wird. Wir verraten, weshalb eine Bestattungsverfügung sinnvoll ist und beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema. 

Bestattungsverfügung

1. Warum ist eine Bestattungsverfügung wichtig?

Was soll mit Ihren sterblichen Überresten geschehen? Viele Menschen kümmern sich nie um die eigene Bestattung – und überlassen Angehörigen die schwierige Entscheidung in einer ohnehin schweren Zeit. Viele Angehörige haben kaum Kraft, während der Trauerbewältigung eine Beerdigung zu organisieren – vor allem, wenn wenig über die Vorstellungen und Wünsche des Verstorbenen bekannt sind. In vielen Fällen werden die Wünsche des Verstorbenen sogar nicht angemessen berücksichtigt, wenn sie bekannt sind. Der Zeitdruck und die seelische Belastung sind für viele Angehörige zu viel. Obendrauf kommen noch die Beerdigungskosten, die im Durchschnitt bis zu 8.000 EUR kosten.

2. Was muss in meiner Bestattungsverfügung stehen?

In einer Bestattungsverfügung können Sie Ihre Wünsche bezüglich Bestattung und Beerdigung verbindlich festlegen. Vor allem legen Sie fest, wie und wo Sie bestattet werden möchten. Sie können sich also zum Beispiel für Bestattungsart, Bestattungsort und Grab entscheiden. Sie können auch entscheiden, wer die Trauerrede halten soll, ob Sie einen bestimmten Blumenschmuck wünschen oder ob Sie religiösen Beistand möchten.

Das muss auf jeden Fall drin stehen:

  • Überschrift „Bestattungsverfügung“
  • Erstellungsort und Datum
  • Name, Anschrift, Geburtsdatum
  • Hinweis zur gewünschten Bestattungsart und zum Bestattungsort
  • Unterschrift

Es empfiehlt sich außerdem eine Person anzugeben, die bei Unklarheiten Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen darf.

Tipp: Wenn Sie eine Vorsorgeversicherung haben, können Sie dies in Ihrer Bestattungsverfügung erwähnen. Auch sollten Sie anmerken, wenn Sie das Geld für die Kosten der Beerdigung auf einem Sparkonto angelegt haben.

3. Welche Vorteile bietet eine Bestattungsverfügung?

Eine Bestattungsverfügung bietet sowohl dem Betroffenen als auch den Angehörigen verschiedene Vorteile:

- Sie können Ihre Bestattung exakt nach Ihren Wünschen und Vorstellungen planen
- Sie entlasten Ihre Angehörigen im Todesfall
- Sie vermeiden Streitigkeiten zwischen den Angehörigen über Ihren mutmaßlichen Willen
- Sie genießen das beruhigende Gefühl, für den Trauerfall vorgesorgt zu haben.

4. Wo bewahre ich meine Bestattungsverfügung auf?

Bewahren Sie Ihre Bestattungsverfügung so auf, dass sie im Todesfall schnell gefunden wird. Informieren Sie Ihre Angehörigen über Aufbewahrungsort oder händigen Sie Ihre Bestattungsverfügung direkt an eine Vertrauensperson aus.

Tipp: Wenn Sie keine Verwandten oder Angehörigen haben, können Sie ein Exemplar in der eigenen Wohnung hinterlegen. Am besten in Ihrem Notfallordner oder an einem Ort, wo auch Dokumente wie der Personalausweis oder die Krankenkarte zu finden sind. Sie können Ihre Bestattungsverfügung auch bei der Friedhofsverwaltung, Ihrem Bestattungsunternehmen oder beim Pfarramt hinterlegen.

5. Was ist der Unterschied zum Testament?

Die Bestattungsverfügung und das Testament sind zwei komplett unterschiedliche Dokumente. Während das Testament meistens erst einige Wochen nach dem Tod eine Rolle spielt, kommt die Verfügung  sofort zum Einsatz. Deshalb sollten Sie Bestattungsverfügung und Testament unbedingt strikt trennen – und Ihre Bestattungswünsche ausschließlich in der Bestattungsverfügung regeln!

6. Was passiert ohne Bestattungsverfügung

Ohne Bestattungsverfügung entscheiden Angehörige über die Bestattung. Das liegt an der sogenannten Bestattungspflicht in Deutschland – die Angehörigen müssen für die ordnungsgemäße Durchführung einer Beisetzung sorgen. Diese Pflicht betrifft in der Regel den nächsten Angehörigen. Die Rangfolge der Bestattungspflichtigen funktioniert demnach folgendermaßen:

  • Ehegatten
  • Lebenspartner
  • Erwachsene Kinder
  • Eltern
  • Großeltern
  • Volljährige Geschwister/ Enkelkinder

7. Was muss ich außerdem beachten?

  • Die Bestattungsverfügung sollte nicht Teil des Testaments sein. Das Testament wird frühestens drei Wochen nach dem Todesfall geöffnet – zu spät!
  • Verfassen Sie Ihre Bestattungsverfügung nicht alleine, sondern in Absprache mit Ihren Liebsten. Vor allem, wenn Sie eine Bestattungsart ohne Grabstätte wünschen – denken Sie daran, dass eine Grabstätte den Angehörigen zur Trauerbewältigung dient!
  • Vergessen Sie nicht Ihre Unterschrift, damit das Dokument wirksam wird! Ohne Unterschrift ist keine Bestattungsverfügung gültig.

Tipp: Ein Bestattungsplaner kann Ihnen bei der Planung Ihrer Beerdigung und beim Verfassen einer Bestattungsverfügung helfen. Das kann Aufwand sparen und Klarheit schaffen, ist aber nicht unbedingt nötig.

Schlusswort

Eine Bestattungsverfügung gehört zu jeder guten Vorsorge – und kann Angehörigen große Last von den Schultern nehmen. Sie vermeidet Probleme und Unsicherheiten im Todesfall und legt außerdem verbindlich fest, welche Art der Beisetzung sich der Verstorbene wünscht und wo die Ruhestätte liegen soll. Sie können das Dokument entweder handschriftlich oder digital erstellen – die digitale Version sollte ein Hausarzt oder ein Notar jedoch bestätigen, damit es im Ernstfall nicht zu Zweifeln an der Echtheit des Dokumentes kommt.

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