Barrierefreiheit: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Patientenverfügung.digital

24.11.2020

Sie möchten auch im Alter möglichst selbstständig leben? Das sogenannte „barrierefreie Wohnen“ ermöglicht das – und lässt Sie länger selbstbestimmt und sicher in den eigenen vier Wänden wohnen. Im Folgenden beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zum barrierefreien Wohnen!

Barrierefreiheit

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Das Behindertengleichstellungsgesetz definiert Barrierefreiheit folgendermaßen: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände […] sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind.“

Das bedeutet: Ein barrierefreies Gebäude oder Wohnbereich ermöglicht Menschen mit körperlichen Einschränken ein möglichst selbstständigen und problemlosen Alltag. Das gelingt zum Beispiel mit rollstuhlgerechten Zugängen und ausreichend Bewegungsfreiheit in den Wohnbereich.

Was ist das Ziel der Barrierefreiheit?

Es geht um die Selbstständigkeit der Bewohner und eine Entlastung der Pflegenden. Deshalb ist Barrierefreiheit nicht nur aus Sicht der Bewohner sinnvoll – denn je selbstständiger Betroffene in den eigenen vier Wänden wohnen können, desto weniger Unterstützung ist nötig. Das macht die Betreuung des Betroffenen einfacher und ermöglicht einen effektiveren Einsatz von Pflegekräften, ehrenamtlichen Helfern oder pflegenden Angehörigen. Natürlich gewinnen Betroffene außerdem Lebensqualität dazu. Wer sich zu Hause einfacher bewegen kann, lebt bequemer und hat mehr Zeit für die wichtigen Dinge!

Wie viele barrierefreie Wohnungen gibt es?

Bereits heute (Stand 2020) deutlich zu wenige! Das Problem? Der Anteil älterer Menschen unserer Bevölkerung wird in den nächsten Jahren stark ansteigen – eine Prognos-Studie geht davon aus, dass 2030 etwa 22 Millionen Menschen über 65 Jahre alt sein werden. Vor allem in Ballungsgebieten konkurrieren immer mehr ältere Menschen um die begehrten barrierefreien Wohnungen.

Wie erkenne ich eine barrierefreie Immobilie?

Eine als "barrierefrei" bezeichnete Wohnung muss bestimmten Anforderungen entsprechen – diese sind nach der Deutschen Industrienorm 18040 für barrierefreies Bauen festlegt. Zum Beispiel müssen die Türen einer barrierefreien Wohnung mindestens 80 Zentimeter breit sein. Außerdem müssen Spülbecken und Arbeitsbereich eine passende Höhe haben und es muss einen bestimmten Bewegungsradius in allen Zimmern geben.

Wichtig: Nur die Bezeichnung „barrierefrei“ garantiert die Erfüllung der DIN-Normen. Begriffe wie "barrierearm", "behindertengerecht" oder "altersgerecht" sind keine geschützten Begriffe!

Bedeutet barrierefrei immer auch rollstuhlgerecht?

Nein. Wer eine rollstuhlgerechte Immobilie sucht, braucht häufig speziellere Anforderungen als „nur“ Barrierefreiheit. Zum Beispiel müssen die Türen für Rollstühle mindestens 90 Zentimeter breit sein und Wohnräume benötigen einen größeren Wendekreis.

Was kostet ein barrierefreier Umbau?

Wer bereits eine Immobilie besitzt, kann diese altersgerecht umbauen (lassen). Wie viel das kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bereits kleine Maßnahmen können zu mehr Komfort im Alltag führen – dann liegen die Kosten nur bei ein paar Hundert Euro. Wer sein Eigenheim jedoch gemäß der DIN-Norm barrierefrei umbauen möchte, muss mit mehreren Tausend Euro rechnen.

Tipp: Lassen Sie sich für Ihren barrierefreien Umbau von einem Experten in Ihrer Nähe beraten. So erhalten Sie auch konkrete Informationen über regionale oder überregionale Förderungen oder zur Beantragung der Umbaumaßnahmen bei der Pflegekasse.

Was für Fördermöglichkeiten und Zuschüsse sind möglich?

Aufgrund der zu wenigen barrierefreien Wohneinheiten in Deutschland sind staatliche Förderungen für alters- und rollstuhlgerechte Sanierungen möglich. Über die KfW-Bank erhalten Sie zum Beispiel zinsgünstige Kredite oder Investitionszuschüsse für den barrierefreien Bau und Umbau. Außerdem gibt es spezifische Förderprogramme der Bundesländer und das Wohn-Riester-Programm. Bei akutem Bedarf übernehmen häufig auch die Kranken- und Pflegekassen oder das Sozialamt die barrierefreien Umbaumaßnahmen. Informieren Sie sich bei Ihrer Pflegekasse oder Ihrem Arzt!

Übrigens: Sie können den barrierefreien Umbau auch mit energetischen Sanierungsmaßnahmen verbinden. Auch dafür gibt es entsprechende Förderpakete von der KfW-Bank!

Warum sollte ich jetzt über Barrierefreiheit nachdenken?

Barrierefreie Häuser und Wohnungen sind nicht nur für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sinnvoll. Selbst wenn Sie jetzt kerngesund sind, kann mehr Barrierefreiheit sinnvoll sein – gerade für Familien. Rampenartige Wege statt Treppen zum Haus oder im Garten minimieren zum Beispiel die Verletzungsgefahr bei kleinen Kindern. Und die großen, rollstuhlgerechten Badezimmer versprechen nicht nur im Alter Wohnkomfort und Lebensqualität!

Gleichzeitig erhöht ein barrierefreier Umbau den Immobilienwert – und kann somit zur Altersvorsorge beitragen. Ganz abgesehen davon, dass Sie bei gesundheitlichen Problemen oder im Alter weiterhin komfortabel und sicher in den eigenen Wänden wohnen bleiben können.

Für welche Wohnbereiche ist Barrierefreiheit besonders wichtig?

Ob Haustür, Treppengeländer, Küche oder Bad: Grundsätzlich betrifft Barrierefreiheit alle Wohn- und Lebensbereiche. Wenn Sie Ihr Eigenheim nachträglich umbauen möchten, wird der Umbau in Küche und Bad am aufwändigsten. Wer ein Haus kaufen möchte, sollte deshalb darauf achten, dass diese Bereiche bereits den Standards für Barrierefreiheit entsprechen – oder zumindest ausreichend groß für einen problemlosen Umbau sind. So vermeiden Sie große Kosten, wenn Sie Ihr Haus eines Tages barrierefrei gestalten möchten.

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